Verlag Gruner + Jahr erwägt Klage gegen NDR

München (ots) – Der Streit um den Onlineauftritt der Tagesschau geht in die nächste Runde: Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr (Stern, Brigitte etc.)schließt eine Klage gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) nicht aus. Das berichtet das Branchenmagazin Werben & Verkaufen (W&V) in seiner neuen Ausgabe. Das Zeitschriftenhaus behalte sich sowohl zivilrechtliche Schritte wie "den Weg über die Verwaltungsgerichte" vor, erklärt ein Verlagssprecher gegenüber W&V. Auslöser ist eine Beschlussvorlage des NDR-Rundfunkrats. Die TV-Kontrolleure räumen dort der Anstalt weitgehende Freiräume für den Ausbau des Online-Portals Tagesschau.de ein. Dies führte zu einem Aufschrei unter den deutschen Verlagshäusern, die darin einen Verstoß gegen den neuen Rundfunkstaatsvertrag sehen.Dieser sieht für öffentlich-rechtliche Online-Angebote verschiedene Beschränkungen vor.Der Zeitschriftenverlegerverband VDZ hatte deshalb vergangene Woche seine Mitglieder aufgefordert, gegen den NDR zu klagen. Gruner + Jahr will nun bei der Politik auf eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrags dringen. Man werde "verstärkt den Gesetzgeber auffordern, die  – offenbar bislang leerlaufende – Beschränkung der Online-Presse im Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien so deutlich zu formulieren, dass auch der NDR sie versteht", sagt ein Verlagssprecher.

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