Bundesjustizministerin gegen Verlängerung der Verjährung bei sexuellem Missbrauch

Köln (ots) – Köln – Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) warnt angesichts der von der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU) geforderten Gesetzesverschärfungen bei Fällen sexuellen Missbrauchs vor Schnellschüssen. "Bei schweren Sexualstraftaten beginnt die 20-jährige Verjährungsfrist ab der Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe). "Betroffene können also bis zu ihrem 38. Lebensjahr Anzeige erstatten. Ich warne vor vorschnellen Schlüssen, da die aktuelle Debatte nicht mit der umfassenden Aufarbeitung der jetzt zutage tretenden Missbrauchsfälle verknüpft werden sollte. Wer in die Zukunft schaut, muss die Vergangenheit kennen." Die Ministerin zeigte sich mit Blick auf die Missbrauchsfälle an katholischen Schulen allerdings "erschüttert" und betonte: "Eine umfassende Aufarbeitung, in welchem Ausmaß sexueller Missbrauch in Institutionen der katholischen Kirche in der Vergangenheit stattgefunden hat, wird nicht nur von den Opfern erwartet."

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