Hildegard Chudobba – Rheinisch Masters Voice

Unvergessen, wie sie im Sommer für ihn Wahlkampf gemacht hat. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl hat sie ihn ganz groß rauskommen lassen. Mit einer Hammer Story! Der Straßenbahnwahlkampf. War echt klasse, wollte sagen: Adolf Sauerland kennt sich echt in Duisburg aus.

Hildegard Chudobba ist Chefredakteurin der Rheinischen Post in Duisburg. Doch, doch, so einige Leser hat die schon! Und so, wie die Sache aussieht, vor allem jüngere Leser. Ja, schauen Sie hier, so sehen sie aus, die jungen Duisburger RP-Probeabonnenten.

Ach nein, falsch gelesen: die Sache verhält sich ein klein wenig anders. Nämlich so:

Wir haben uns auf Duisburgs Straßen umgehört und die Bürger nach ihrer Meinung …

Ach so, das habe ich ja noch gar nicht erzählt! Ihrer Meinung wozu eigentlich.

… zur Love-Parade … GENAU! … befragt.

Lesen Sie hier, was die Duisburger sagen.

Können Sie natürlich machen, müssen Sie aber nicht. Viel besser ist, Sie sehen sich einfach nur die Fotos an! Hoffnungsvolle junge Duisburger, die sich schon so richtig darauf freuen, dass in Duisburg endlich mal was los ist.

Die freie, unabhängige und überparteiliche Meinung der Kids kennen Sie nämlich schon. Jedenfalls dann, wenn Sie vorher den Warm-Up-Artikel zu dieser eindrucksvollen Umfrage gelesen haben.

Der hat die Überschrift „Die Love-Parade muss kommen„. Die Anführzeichen rühren daher, dass ja die jungen Menschen zitiert werden. Und die Einleitung schließt in fetten Buchstaben mit den Worten: Fest steht: Die Jugendlichen wollen die Love-Parade in Duisburg.

Und wie endet der Artikel? Nicht minder schön, nämlich so: Auch viele Duisburger, insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, sind sauer und fragen sich: Will die SPD uns die Love-Parade wegnehmen?

Nun ja, und dann – wie gesagt – der Verweis auf die sagenhafte Feldstudie von Chudobba u.a.: Wir haben uns auf Duisburgs Straßen umgehört und die Bürger nach ihrer Meinung zur Love-Parade befragt. Lesen Sie hier, was die Duisburger sagen.

Und wenn man dann tatsächlich dort klickt, sehen wir erst einmal ein Foto – nein, noch nicht der Duisburger Jugend im Winter, sondern – einer enthusiastischen Raverin, das ihre Brüste stark in den Blickpunkt rückt. Gott sei Dank hat sie einen Bikini an, und auf dem steht: „Wir sind sexy“. Bildunterzeile:

Wir haben Duisburger nach ihrer Meinung gefragt: Sie wollen die Love Parade.

Und wenn man dann weiter klickt, kommen tatsächlich die eisenharten empirischen Belege. Sechsmal Fotos mit jungen Duisburgern, die versichern, dass sie die Loveparade besuchen würden. Und zwar glaubhaft, absolut glaubhaft versichern. Auf vier Bildern jeweils ein oder zwei Jungs mit vollem Namen und Altersangabe. Keine Frage: die würden dahin gehen. Auf dem fünften Bild ein junges Pärchen, auch klar: würde auch da hingehen. Auf dem sechsten Foto: drei Mädels.

Zwei wollen auch unbedingt hin. Nur die rechts im Bild sagt: „Ich mag die Musik nicht. Von mir aus kann die Love Parade ruhig abgesagt werden.“ Dem Namen und dem Aussehen nach scheint es eine junge Türkin zu sein. Vielleicht mag sie diese tolle Musik wirklich nicht. Vielleicht dürfte sie von ihren Eltern aus sowieso nicht.

Nein, lassen Sie mal: Sie brauchen das Foto jetzt nicht zu suchen. Die 19-jährige trägt kein Kopftuch. Sie sieht richtig attraktiv aus, was u.a. auch an ihrem Blick liegen könnte. Ihre Augen verraten, dass sie schon einmal ein Buch in der Hand gehabt hat. Na dann …

Als weiteren Service bietet Hildegard Chudobba ein Interview mit Wolfgang Rabe, dem Rechtdezernent der Stadt Duisburg, an dieser Stelle leider ohne Foto. Rabe war auch schon einmal gegen die Loveparade, was Frau Chudobba ihren Lesern vorenthält. Denn schließlich kann jeder einmal seine Meinung ändern.

Dennoch oder deshalb gibt sich der Rechtdezernent im Interview etwas einsilbig. Auf die Frage nach den auf die Stadt Duisburg zukommenden Kosten

Haben Sie sich verrechnet?

antwortet er NEIN! – Ende im Gelände. Und dann:

Glauben Sie daran, dass im Sommer das Festival in der Stadt stattfindet?

JA! Schluss Interview.

Okay, das Interview war Mist. Da kann aber nun wirklich die Hildegard Chudobba nichts dafür! Mit dem tollen Artikel und der sagenhaften Umfrage samt Bilderserie hat sie diese dröge Plauderei aber mehr als umgedreht.

Hildegard Chudobba, Rheinische Post, der Meister kann sich auf sie verlassen. Im Wahlkampf, in der Straßenbahn, und wenn im Amt einmal die Kacke am Dampfen ist. Man kennt sich, man hilft sich, sagt man im Rheinischen, wenn man das Wesen einer Freundschaft beschreiben will.

Hildegard Chudobba und Adolf Sauerland sind schon lange befreundet. Man kennt sich seit Schulzeiten.

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2 thoughts on “Hildegard Chudobba – Rheinisch Masters Voice

  1. „Leben und leben lassen“

    Warum also diese ständige sarkastische Missgunst gegenüber Dingen, die anderen Menschen offensichtlich Freude bereiten?

    Ich hoffe wirklich, dass es nicht daran liegt, dass der eigene Spass in jungen Jahren auf dem Weg zur intelektuellen und kulturellen Elite etwas zu kurz gekommen ist?

    Da wäre es schon beruhigender zu wissen, dass es sich auch hier nur um gut verpacktes politisches Gezeter handelt.