Bundesbank wendet sich gegen Gewinnausschüttungen bei Banken

Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt...

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Berlin (ots) – Die Bundesbank hat an die Banken appelliert, ihre Gewinne nicht als Boni oder Dividenden auszuschütten. "Alles was in Richtung Ausschüttung geht, mithin nicht der Stärkung der Eigenkapitalbasis dient, passt nicht in das zu erwartende Umfeld. Es passt nicht, weil es nicht der Finanzstabilität dient", sagte Bundesbank-Vorstand Hans-Helmut Kotz dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). "Gerade nach dieser beispiellosen Krise müssen die Banken ihre Gewinne dazu nutzen, sich wetterfest zu machen." Der 52-Jährige leitet das Ressort Finanzmarktstabilität der Bundesbank und den Finanzmarktausschuss der OECD. Auf den Milliardengewinn der Deutschen Bank angesprochen sagte Kotz, die Bundesbank störe sich nicht an auskömmlichen Gewinnen. "Das gilt vor allem, wenn sie aus Leistungen erwachsen, die den Kunden dienen. Nur Kreditinstitute mit angemessenen Erträgen können die Wirtschaft ordentlich finanzieren." Kotz wandte sich aber gegen zu hohe Ziele: "Banken, die Renditen nach Steuern im deutlich zweistelligen Bereich anstreben, müssen mehr Schulden machen und höhere Risiken eingehen. Das geht im Mittel und auf Dauer nicht gut." Derzeit profitierten die Banken besonders von den Stützungsmaßnahmen der Regierungen und den bewusst niedrig gehaltenen Leitzinsen. Kotz kritisierte, dass aus den Banken Widerstand gegen neue Regeln für die Finanzmärkte komme. "Die Frage nach weniger Regulierung führt in die falsche Richtung. Es geht um ein angemessenes, Stabilität gewährendes, konsistentes und wirksames Regelwerk." Es sei wie beim Autofahren: "Wenn die Gesamtschäden durch Unfälle zugenommen haben, steigt der Beitrag für die Haftpflicht. So wird auch die Versicherung für Banken gegen Risiken in Form von mehr Eigenkapital und höheren Liquiditätsanforderungen teurer, weil zu viel schief gelaufen ist."

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