2+Leif: EKD-Vize Schneider lobt Westerwelle-Vorschlag für Taliban-Aussteigerprogramm

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Berlin – (ots) – Der Vorschlag von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) für ein Aussteigerprogramm für Taliban in Afghanistan ist in der evangelischen Kirche auf Zustimmung gestoßen. In der SWR-Fernsehsendung „2+Leif“ sagte der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, am Montagabend: „Zu überlegen, wie man Leute davon abhält, dass sie mit dem Krieg kein Geld verdienen oder dass sie kein Geld verdienen müssen, weil sie so arm sind und sich dann bei den Taliban verdingen – das ist ein vernünftiger Gedanke.“

Skeptisch beurteilte den Vorschlag dagegen der ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr, Andreas Timmermann-Levanas. Der frühere Nachrichtenoffizier in Afghanistan sagte in „2+Leif“: „Wenn man neue Wege gehen will, dann gehört das auch dazu. Ich maße aber mir mal an, zu behaupten der Außenminister kennt noch nicht sehr viele Taliban.“ Timmermann-Levanas ist Gründer der Deutschen Kriegsopferfürsorge (DKOF), die sich um verletzte und traumatisierte Soldaten und Angehörige kümmert.

In der Talkshow „2+Leif“ verteidigte Nikolaus Schneider die Ratsvorstizende der EKD, Margot Käßmann. Sie hatte mit ihrer Kritik am Afghanistan-Einsatz großen Widerstand vor allem aus den Reihen der Politik erfahren. „Ich denke Frau Käßmann hat eine öffentliche Debatte noch mal richtig losgetreten, die nötig ist. In Afghanistan, da ist die Bundeswehr, um hauptsächlich Brunnen zu bohren und Leitungen zu legen, aber dass da richtig gekämpft wird, und dass Menschen verletzt werden, auch unsere eigenen Soldaten, das ist ganz wenig im Bewusstsein. Und das deutlich zu machen, dass das wirklich Krieg ist, das ist wichtig.“ Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland machte in „2+Leif“ eine gesellschaftliche Unsicherheit im Umgang mit dem Thema für die scharfe Kritik verantwortlich: „Die überzogenen Reaktionen auf Margot Käßmann, das zeigt welche Verunsicherungen in der Gesellschaft ist und wie nervös die Leute sind. Wir müssen als Gesellschaft etwas neu lernen. Wir müssen lernen, dass die Bundeswehr im Ausland auch Krieg führt.“

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