Der Schlaf als Retter – Was im "künstlichen Koma" wirklich geschieht

Baierbrunn (ots) – Nach schweren Unfällen oder Operationen heißt es in Berichten oft, der Betroffene sei in ein "künstliches Koma" versetzt worden. "Tatsächlich handelt es sich um eine Langzeitnarkose", erklärt der Anästhesist und Intensivmediziner Professor Jörg Martin, Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Göppingen, in der "Apotheken Umschau". Die Experten bezeichnen den Zustand als "Analgosedierung", bestehend aus den Begriffen Analgesie für Schmerzfreiheit und Sedierung für Bewusstseinsdämpfung. "Der Tiefschlaf dient dazu, den Druck im Schädel so gering wie möglich zu halten", erklärt Martin. "Denn schon ein Husten oder eine kleine Bewegung könnten ihn ansteigen lassen und das Gehirn gefährden." Der Tiefschlaf wirkt zudem beruhigend auf den erkrankten oder verletzten Körper. Dessen eigene Rettungssysteme laufen auf Hochtouren – eine Belastung, die mitunter zum Zusammenbruch von Stoffwechsel und Kreislauf führt. Prinzipiell versuchen Mediziner, die Analgosedierung so kurz wie möglich zu halten; sie kann aber auch über Wochen und Monate fortgeführt werden.

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