stern zitiert aus Schneiderhans Rücktrittsgesuch: Guttenberg nicht alle Berichte vorgelegt

Wolfgang Schneiderhan (general)

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Hamburg (ots) – Der ehemalige Generalinspekteur  der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat in seinem Rücktrittsgesuch an Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eingeräumt, dem Minister nicht das komplette Informationsmaterial zum Luftangriff nahe Kundus zur Verfügung gestellt zu haben. Das berichtet der stern in seiner aktuellen Ausgabe. In der dem Hamburger Magazin vorliegenden Erklärung Schneiderhans vom 25. November heißt es: "Sehr geehrter Herr Minister, Sie haben Ihre Erklärung vom 6.11.09 zum Luft-Boden-Einsatz in Kunduz auf der Grundlage des Abschlussberichtes Com-Isaf abgegeben. Andere Zwischenberichte, Berichte und Meldungen wurden Ihnen nicht vorgelegt. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Deshalb bitte ich Sie, mich von meinen Dienstpflichten zu entbinden und in den Ruhestand zu versetzen."

Guttenberg hatte am 6.November den Angriff auf die Tanklastzüge, bei dem nach Recherchen des stern 92 Menschen starben, als militärisch "angemessen" bezeichnet. Später korrigierte er sich aber mit dem Argument, zu diesem Zeitpunkt nicht sämtliche Berichte gehabt zu haben. Inzwischen hält Guttenberg den Angriff, bei dem zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen waren, nicht mehr für angemessen.

Über die Frage, ob Akten von Seiten Schneiderhans unterschlagen worden sind, ist es inzwischen zu einem heftigen Streit gekommen. In der Wochenzeitung "Die Zeit" bezichtigte Schneiderhan Guttenberg der Lüge und bezeichnete seine Aussagen als "ehrenrührig". Er habe nicht vorsätzlich gehandelt. Der Minister wies die Vorwürfe im Bundestag am Mittwoch zurück.

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