Deutsche Rentenversicherung Bund: Kein Verständnis für Ärztestreik des Marburger Bundes

2005-08-03 016

Image by BoFax via Flickr

Berlin (ots) – Der Marburger Bund hat die Ärztinnen und Ärzte bei der Deutschen Rentenversicherung auch heute zur Fortsetzung ihres bundesweiten Streiks aufgerufen. Dieser Schritt ist aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung Bund in keiner Weise nachzuvollziehen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat dem Marburger Bund ein Angebot gemacht, das zu einer deutlich besseren Bezahlung der Ärzte in den Rehabilitationskliniken führen würde. Für die Ärztinnen und Ärzte, die nach den mit dem Marburger Bund vereinbarten Tarifbedingungen vergütet werden, bedeutet das Angebot eine monatliche Entgeltsteigerung von durchschnittlich 360 Euro. Diese Anhebung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als völlig unzureichend zurückzuweisen, ist in keiner Weise nachzuvollziehen.

Auch ist die Kritik des Marburger Bundes, die Arbeitsbedingungen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund seien schlecht, schlicht falsch. Die Arbeitsbedingungen in einer Rehabilitationsklinik der Deutschen Rentenversicherung Bund sind deutlich besser als in einem Akutkrankenhaus mit Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, vielen Wechselschichten, Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften. Aus diesem Grund wechseln viele Ärztinnen und Ärzte aus den Akutkrankenhäusern in die Reha-Kliniken der Deutschen Rentenversicherung Bund.

In den bisherigen Tarifverhandlungen und Sondierungsgesprächen hat es bei den wesentlichen Punkten eine weitgehende Annäherung und Übereinstimmung zwischen Marburger Bund und den Arbeitgebern der Deutschen Rentenversicherung gegeben. In der letzten Sondierungsrunde am 16. November 2009 hat der Marburger Bund allerdings das Angebot der Arbeitgeberseite zu den Entgelten der Ärztinnen und Ärzte in Reha-Kliniken ohne weitere Gespräche zurückgewiesen. Aus Sicht der Arbeitgeber besteht weiterhin Verhandlungsbereitschaft. Wir fordern die Ärzte auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukommen.

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2 thoughts on “Deutsche Rentenversicherung Bund: Kein Verständnis für Ärztestreik des Marburger Bundes

  1. Ich würde sie ja gerne sehen, die angeblich zahlreich und gerne aus Akuthäusern in die Rehakliniken wechselnden Kollegen – allenfalls könnten hier noch Kollegen aus dem östlichen Ausland gemeint sein, aber selbst diese ziehen wegen besserer Bedingungen (u.a. Sprachförderung und ausreichender Einarbeitung) mittlerweile die Schweiz oder Grossbritannien vor! Warum stöhnen die Ärzte in mindestens einem Drittel der Rehakliniken über schwer nachbesetzbare oder freibleibende Stellen, welche immer mehr Arbeit für die „letzten Mohikaner“ bedeuten? Warum hat denn immerhin die Leitende Ärztin des Geschäftsbereiches Rehamedizin der DRV Bund in einem Vortrag im Dezember 2009 ebenfalls den Ärztemangel und die schwierige Akquise neuer Ärzte für die Reha beklagt, dies versehen mit dem despektierlichen und wenig hilfreichen Kommentar „ob man da jetzt wohl den Assistenzärzten schon Dienstwägen zur Verfügung stellen müsse…“?
    Stereotyp wiederholt der Pressesprecher der DRV Bund, die Ärzte hätten ein Angebot von 360,-€ im Monat erhalten, dies sei doch nobel! Dieser Betrag bezieht sich allerdings nur auf eine kleine Gruppe von Rehaärzten, welche noch nach dem alten BAT bezahlt werden und stellt die Differenz zum derzeit ohnehin gültigen TVöD/TVÜ dar, wäre aber mit der Aufgabe von Zulagen sowie besserer Absicherung z.B. hinsichtlich Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verbunden. Für die ohnehin nach TVöD / TVÜ bezahlten (mit-streikenden) Ärzte, welche ca. 10% unter der Vergütung ihrer Kollegen in den kommunalen Häusern liegen, wurde ja nur ein Null- bzw. z.T. sogar Minusrunden-Angebot gemacht!
    Die Arbeitsbedingungen in der Reha sollen besser sein als im Akuthaus, weil man keine Nacht-, Feiertags-, Wochenenddienste leisten müsse??? Hier muss ernsthaft bezweifelt werden, ob die Oberen der DRV überhaupt noch eine Bezug zur Realität haben! Selbstverständlich sind diese Dienste auch in Rehakliniken erforderlich und sogar in höherer Frequenz, weil der Personalschlüssel für Ärzte ja deutlich niedriger liegt als im Akuthaus!
    In der neuesten PM der DRV wird geäußert, die streikenden Ärzte gefährdeten die Patientenversorgung, die eigenen Arbeitsplätze und die der übrigen Klinikmitarbeiter. Dies ist pure Demagogie und entbehrt insofern der Grundlage, als Streik ein demokratisches Grundrecht ist und keinesfalls – auch wenn der Arbeitgeber dies gerne zur Instrumentalisierung der übrigen Belegschaft in missbräuchlicher Art so darstellt – zu Entlassungen und Betriebsschliessungen führen kann! Anders herum wird ein Schuh draus: Wir streiken für den Erhalt der Kliniken, welche auch in Zukunft nicht ohne Ärzte funktionsfähig sind. Ohne wettbewerbsfähige Tarife wird in die meist in ländlichen, strukturschwachen Gebieten liegenden Rehakliniken kein junger Arzt zu locken sein. Wir streiken für das Wohl unserer Patienten, weil wir sie auch n Zukunft qualitativ gut und mit ausreichend Zeit versorgen wollen und uns gegen eine Fliessbandmedizin mit Pseudo-Qualität wehren!

  2. Ich würde sie ja gerne sehen, die angeblich zahlreich und gerne aus Akuthäusern in die Rehakliniken wechselnden Kollegen – allenfalls könnten hier noch Kollegen aus dem östlichen Ausland gemeint sein, aber selbst diese ziehen wegen besserer Bedingungen (u.a. Sprachförderung und ausreichender Einarbeitung) mittlerweile die Schweiz oder Grossbritannien vor! Warum stöhnen die Ärzte in mindestens einem Drittel der Rehakliniken über schwer nachbesetzbare oder freibleibende Stellen, welche immer mehr Arbeit für die „letzten Mohikaner“ bedeuten? Warum hat denn immerhin die Leitende Ärztin des Geschäftsbereiches Rehamedizin der DRV Bund in einem Vortrag im Dezember 2009 ebenfalls den Ärztemangel und die schwierige Akquise neuer Ärzte für die Reha beklagt, dies versehen mit dem despektierlichen und wenig hilfreichen Kommentar „ob man da jetzt wohl den Assistenzärzten schon Dienstwägen zur Verfügung stellen müsse…“?
    Stereotyp wiederholt der Pressesprecher der DRV Bund, die Ärzte hätten ein Angebot von 360,-€ im Monat erhalten, dies sei doch nobel! Dieser Betrag bezieht sich allerdings nur auf eine kleine Gruppe von Rehaärzten, welche noch nach dem alten BAT bezahlt werden und stellt die Differenz zum derzeit ohnehin gültigen TVöD/TVÜ dar, wäre aber mit der Aufgabe von Zulagen sowie besserer Absicherung z.B. hinsichtlich Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verbunden. Für die ohnehin nach TVöD / TVÜ bezahlten (mit-streikenden) Ärzte, welche ca. 10% unter der Vergütung ihrer Kollegen in den kommunalen Häusern liegen, wurde ja nur ein Null- bzw. z.T. sogar Minusrunden-Angebot gemacht!
    Die Arbeitsbedingungen in der Reha sollen besser sein als im Akuthaus, weil man keine Nacht-, Feiertags-, Wochenenddienste leisten müsse??? Hier muss ernsthaft bezweifelt werden, ob die Oberen der DRV überhaupt noch eine Bezug zur Realität haben! Selbstverständlich sind diese Dienste auch in Rehakliniken erforderlich und sogar in höherer Frequenz, weil der Personalschlüssel für Ärzte ja deutlich niedriger liegt als im Akuthaus!
    In der neuesten PM der DRV wird geäußert, die streikenden Ärzte gefährdeten die Patientenversorgung, die eigenen Arbeitsplätze und die der übrigen Klinikmitarbeiter. Dies ist pure Demagogie und entbehrt insofern der Grundlage, als Streik ein demokratisches Grundrecht ist und keinesfalls – auch wenn der Arbeitgeber dies gerne zur Instrumentalisierung der übrigen Belegschaft in missbräuchlicher Art so darstellt – zu Entlassungen und Betriebsschliessungen führen kann! Anders herum wird ein Schuh draus: Wir streiken für den Erhalt der Kliniken, welche auch in Zukunft nicht ohne Ärzte funktionsfähig sind. Ohne wettbewerbsfähige Tarife wird in die meist in ländlichen, strukturschwachen Gebieten liegenden Rehakliniken kein junger Arzt zu locken sein. Wir streiken für das Wohl unserer Patienten, weil wir sie auch n Zukunft qualitativ gut und mit ausreichend Zeit versorgen wollen und uns gegen eine Fliessbandmedizin mit Pseudo-Qualität wehren!