Apocalypse now – es wird heiß

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Image via Wikipedia

Wir können eigentlich nur unserem Herrn danken. Wir müssen Gott danken! Allein ihm haben wir zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Na gut, schlimmer hätte es gar nicht kommen können. Aber früher.

Über kurz oder lang wird es uns alle erwischen. Denn wir sind Sünder. Und wie wir gesündigt haben! Wir alle. Manche haben es besonders schlimm getrieben. Die Reichen natürlich. Die mit den dicken Autos. Das mag Gott, der Herr oder meinetwegen auch die Dame, ganz und gar nicht. Und so hat der Allmächtige das Unheil zunächst einmal ins Königreich geschickt. Dorthin, wo die Vielflieger neben ihren Stadtvillen in den Garagen die dicken Autos stehen haben: nach Duissern. Wir müssen Gott danken!

„Apokalypse in Duissern“ überschrieb gestern die WAZ Duisburg einen Bericht über eine schier unfassbare Katastrophe. Der Herr muss wirklich sehr böse gewesen sein. So entsandte er in das kleine Königreich am großen Spaghettiknoten keine Andere als die Parteichefin der Grünen. Und so beginnt die Schilderung des unglaublichen Geschehens:

„Was muss noch alles passieren, damit reagiert wird? Es geht um nicht weniger als das Fortbestehen unseres Planeten“, mahnte Claudia Roth.

Ich empfehle nachdrücklich, den Artikel bis zum bitteren Ende zu lesen. Der Schreck lässt nicht nach. Und überhaupt: irgendwann kommen wir alle dran.

Apokalypse in Duissern, Apokalypse in Kopenhagen und eines Tages überall. Und das Unheil erscheint nicht allein in Gestalt von Claudia Roth; es wird von vielen, von sehr vielen Propheten herausposaunt. Es erschallt aus der Regierungszentrale und aus den singenden Kehlen der trommelnden Wanderjugend, es wird gepredigt in den Studios der großen Funk- und Fernsehanstalten, und es gerät in die Texte der größten Zeitungen wie der kleinsten Blogs. Schließlich geht es ja um etwas: um das Fortbestehen unseres Planeten. In der Not sind wir alle irgendwie ein bisschen Claudia Roth geworden.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. In der beschaulichen dänischen Hauptstadt hat sich, um die Völker die Signale hören zu lassen, die Internationale zum letzten Gefecht getroffen. Nur eine kleine Avantgarde von etwa 15 Tausend Auserwählten. Bei solch einer Entscheidungsschlacht qualmt es freilich ein bisschen. So werden für diese Veranstaltung etwa so viele Kohlendioxide in die Luft gejagt, wie ganz Marokko in einem ganzen Jahr emittiert: 41 Tausend Tonnen.

Und dabei man muss sehen: in Marokko sind noch Kamele unterwegs. Und Kamele emittieren dermaßen viel Methangas, dass es einem die Ökobilanz ganz schön verhageln kann. Klimaforscher stufen Methan in seiner klimaschädigenden Wirkung als 21 Mal so stark ein wie CO2, schreibt der „Stern“.

Und im WZ Forum ist zu lesen:

„Methan reagiert in der Atmosphäre außerdem noch zu CO2 und Wasserdampf“, sagt Heimann. Diese beiden Endprodukte tragen ihrerseits wieder zum Treibhauseffekt bei. Da ist es kein Wunder, dass, wie „Klimawandel global“ schreibt, aus der Sahara mehr Methan als aus der sibirischen Taiga (kommt).

Dabei sind Kamele – wussten Sie das eigentlich? – nicht einmal Wiederkäuer. Es besteht folglich keinerlei Anlass, in überheblicher Erster-Welt-Manier auf die Marokkaner herabzublicken. Unsere deutschen Kühe sind nämlich welche. Ja klar: Wiederkäuer.

Ich zitiere noch einmal aus dem „Stern“-Artikel, der eindrucksvoll aufzeigt, wo in Sachen Fortbestehen unseres Planeten der Furz quer sitzt:

Täglich entweichen aus den Hintern und Mäulern wiederkäuender Kühe Tonnen von Methan. Die Mengen sind auf den ersten Blick eindrucksvoll: Eine einzige Milchkuh produziert jeden Tag 235 Liter Methangas. Was da dem Kuhhintern entweicht, hat es in sich: Methan ist in seiner klimaschädlichen Wirkung viel stärker als Kohlendioxid. So wurde die furzende Kuh schnell zum …

Na zu was wohl?

…Klimakiller …

Ja, wie?

gestempelt.

Ach was?!

Zu Unrecht.

Mein Gott, die arme Kuh!

Alles Quatsch, die Kuh hat mit dem Klimawandel so viel zu tun wie – mir fällt jetzt keine andere Redensart ein – die Kuh mit dem Sonntag. Dass es den Klimawandel gibt, ist erwiesen. In den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts hat sich die globale Durchschnittstemperatur um 0,4 Grad Celsius erhöht.

Das macht sie hin und wieder, das ist nicht außergewöhnlich. Meint auch Al Gore, und er ist in Sorge, dass es in diesem Jahrhundert beschleunigt mit der Erderwärmung weitergehen könne. Daher das sog. Zwei-Grad-Ziel. Er führt nämlich den Klimaanstieg auf die CO2-Emissionen zurück. Ein solcher Zusammenhang ist jedoch nicht erwiesen. Die Tatsache, dass in den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter gestiegen ist, spricht jedoch nicht gerade für die These von den Treibhausgasen.

Es ist nicht zu bestreiten, dass das Eis schmilzt. Am Nordpol, auf der Antarktis und an den Gletschern des Himalaya, der Anden, der Alpen und aller Hochgebirge. Es ist eine wichtige Aufgabe der internationalen Politik, sich mit den Folgen der Erderwärmung zu befassen. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Dagegen ist die Tatsache, dass fossile Brennstoffe nur begrenzt zur Verfügung stehen, ebenso bekannt wie der Umstand, dass es umwelt- und gesundheitsschädlich ist, sie zu verbrennen. Da kann besser einmal die Kuh furzen. Oder auch zweimal. Man muss dann nicht unbedingt Gott danken. Man kann es aber.

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