Greenpeace wirbt mit falschen Behauptungen

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Image via Wikipedia

Hamburg (ots) – In einem aktuellen Spendenaufruf zum Schutz von Delfinen im Ärmelkanal wirbt die Umweltschutz-Organisation Greenpeace mit zum Teil fehlerhaften und unvollständigen Informationen. Nach Recherchen der Sendung "Menschen und Schlagzeilen" (Mittwoch, 2. Dezember, um 21.00 Uhr im NDR-Fernsehen) sind die Aussagen unter der Überschrift "Tod im Netz" teilweise veraltet und wissenschaftlich fragwürdig.

In der Anzeige, die in deutschen Pressemagazinen seit Jahren immer wieder veröffentlicht wird, schildert die Umweltorganisation in drastischen Worten und Bildern das Sterben von Delfinen in Fischernetzen. Die abgedruckten Fotos einer spektakulären Aktion stammen allerdings bereits aus dem Jahr 2005. Im Text vermutet Greenpeace, dass im Ärmelkanal nur noch knapp 10.000 der Meeressäuger leben. Rund 2000 verendeten jährlich als sogenannter "Beifang" der kommerziellen Fischerei. Dadurch sei der Bestand "akut bedroht".

Dieser Aussage widersprechen deutsche und schottische Wissenschaftler. Dr. Karl-Hermann Kock, Fischereibiologe am bundeseigenen Institut für Seefischerei in Hamburg, erklärte gegenüber "Menschen und Schlagzeilen", dass der Delfin-Bestand im Ärmelkanal als Teil einer viel größeren Population im Nord-Ost-Atlantik nicht bedroht sei. Desweiteren sei die Zahl der getöteten Delfine heute wesentlich niedriger. Unterstützt wird diese Einschätzung von Dr. Simon Northridge vom Scottish Oceans Institute der Universität St. Andrews (Schottland). Dort wurde im Auftrag der britischen Regierung ein Maßnahmenbündel zum Schutz der Delfine entwickelt. Dadurch seien die Beifangraten erheblich gesunken. Die Aussage von Greenpeace, die britische Regierung sehe dem Tod der Delfine tatenlos zu, sei somit falsch.

Greenpeace behauptet in dem Spendenaufruf außerdem, die Organisation setze sich "mit einem Prozess vor dem britischen Gerichtshof auch juristisch für den Schutz" der Delfine ein. Auf Anfrage von "Menschen und Schlagzeilen" teilte das Gericht mit, dass aktuell kein Verfahren anhängig sei. Eine Klage von Greenpeace sei bereits 2005 abgewiesen worden. Greenpeace räumte gegenüber "Menschen und Schlagzeilen" ein, der Spendenaufruf enthalte hier eine unzutreffende Formulierung. Die Anzeige werde überarbeitet. Es sei aber weiterhin von einem hohen Delfin-Beifang auszugehen. Dagegen betrachtet Fischereibiologe Dr. Karl-Hermann Kock die von Greenpeace genannten Zahlen dagegen als "wissenschaftlich nicht haltbar."

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