Künast: Röttgens Atomenergie-Eingeständnis sei "unglaubwürdig"

Leipzig (ots) – Trotz seines Eingeständnisses nach der Bundestagswahl, der Ausstieg aus der Atomkraftnutzung in Deutschland sei nicht mehr zu korrigieren, bleibt, für Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) "der böse Wolf im Gewand von Rotkäppchen". Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstag-Ausgabe) nannte sie Röttgens Bekenntnis zum Atomausstieg "unglaubwürdig". Bis vor einem drei Viertel Jahr hätte die CDU noch die Forderung nach neuen Atomkraftwerken in Deutschland gestellt. Dann, kurz vor der Bundestagswahl, habe man sich "auf Grund des öffentlichen Drucks" auf die unbeschränkte Laufzeitverlängerung" bestehender Atomkraftwerke verständigt und nun spreche man gar vom unverrückbaren Atomausstieg, weil man keine Energiepolitik gegen die Mehrheitsmeinung machen könne. "Das ist der Wolf als Rotkäppchen verkleidet". Künast forderte Röttgen und andere in der Union auf sich offen dazu zu bekennen, dass es zur "Green Technology" keine vernünftige Alternative gebe.  Die nach wie vor erhobene Forderung nach einer begrenzten Laufzeitverlängerung erweise sich "als Barriere gegen den Siegeszug der Erneuerbaren Energien", bemängelte Frau Künast. Als Signal einer möglichen Öffnung in Sachen Jamaika-Koalitionen sei der Atom-Ausstiegsvorstoß von Minister Röttgen jedenfalls nicht verstehen: "Es gibt keinerlei Anlass, über Jamaika nachzudenken. Deshalb brauchen wir auch keinen Jamaika-Minister."

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