Der Wochenrückblick bei xtranews Teil I

trSonntag 25. Oktober 2009

Generalleutnant Rainer Glatz vermeldet im Tagesspiegel, dass eine reine Truppenaufstockung ohne den gleichzeitigen Ausbau des ziviles Engagements in Afghanistan, keine Erfolge zeitigen wird. “In drei Bereichen gibt es erheblichen Nachholbedarf: bei der Wasserversorgung, der Elektrizitätsversorgung und beim Wege- und Straßennetz. Wir könnten auch mehr bei der Beratung in der Landwirtschaft tun.”, so der deutsche Drei-Sterne-General.

Annie Lennox postuliert, das „Frauen nicht genügend respektiert werden„. “Wir Frauen tragen viel Verantwortung in der Welt. Wir bekommen Kinder, wir hüten sie, ziehen sie groß. Meines Erachtens werden Frauen nicht genügend respektiert. Ich spreche für jede Kultur, für jede Hautfarbe”, so Annie weiter. Ach Annie, wir werden in diesem „Schweinesystem“ alle nicht respektiert.

Ebenso wenig Respekt hat Norbert Blüm vor den „neuzeitlichen“ Politikern aus Union und FDP und nennt sie „Schwarz-gelbe Geisterfahrer“ bei Gesundheit und Pflege. Klar Herr Blüm, die Rente ist sicher und warum haben Sie uns unwissenden Wähler das nicht schon vor dem 27. September wissen lassen?

Ach ja, da gab´ s doch noch eine Nachricht, die viele Menschen in Erstaunen versetzt hat: Günther Oettinger soll ein EU-Kommissariat bekommen. Oh jeh, dachten nicht nur wir, sondern auch José Manuel Barroso, der Merkels Entscheidung so gar nicht verstehen wollte. Sehr geehrter Seniore Barroso, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass Herr Oettinger dem neu zu schaffende Kommissariat für Geschichtsklitterung vorstehen wird. Dass der Kamerad Oettinger genau für diesen und keinen anderen Posten prädestiniert ist, beweist die Aussage über den NS-Schergen und Scharfrichter Filbinger, das eben dieser „ein zutiefst christlicher und konservativer Mensch mit einer belegbaren inneren Distanz zum NS-Regime“ gewesen wäre. Also Barroso, Haltung annehmen!

Während Frank Bsirske den Koalitionsvertrag kritisiert,ist Frank-Walter Steinmeier schon ein Stück weiter und sagt Schwarz-Gelb den Kampf an.

Es ist zu hoffen, dass sich die SPD eine gute Aufstellung auf der linken Flanke hat, sonst wird der Kampf gegen Schwarz-Gelb genauso lahm wie der Wahlkampf von Frank-Walter.

Montag: 26. Oktober 2009

Noch ist der Koalitionsvertrag nicht unterschrieben, schon sieht Pieppiep-Pieper die „auswärtige Richtlinienkompetenz bei Guido Westerwelle„.
Liebe Frau Pieper, meine Großmutter sagte immer: Wenn du die Augen zumachst, ist alles, was du dann siehst, deins“. Ich habe das als kleiner Junge nicht verstanden, aber ich denke, das geht ihnen genau so.

Und nachdem durchgesickert ist, das  Franz Josef Jung neuer Arbeitsminister werden soll, meldet sich natürlich sofort die RAF der CDU, der CDA, zu Wort und beklagt sich bitterlich. Meine Herren, ob man nun den schlechtesten Minister aller Zeiten oder den Kartoffelbauern aus dem

Münsterland dieses Amt anvertraut, ist wumpe. Also Hand aufs Herz, liebe Herz-Jesu-Sozialisten, der Karl-Josef Laumann ist doch der lebende Beweis, dass sich der Gen-Pool in ländlichen Gegenden  im Laufe der Jahrhunderte stark verengt hat.

Ähnlich degeneriert muss die Mutter gewesen sein, die ihre Kinder auf den Bahngleisen spielen ließ, während sie sich selbst irgendwelchen Handy-Spielereien hingab.

Als wenn es die Mitteldeutsche Zeitung nicht vorhergesehen hätte, als sie titelte: „Unterbesetzung Ostdeutschlands im neuen Kabinett sorgt für Debatten in der CDU“ und damit den Nährboden für die neun Abweichler bei der Kanzlerinnen-Wahl bereitet hat.

Dienstag 27. Oktober 2009

Im Gegensatz zur IG-Metall will die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di höhere Löhne durchsetzen. Nicht nur, dass bei jeder Tariferhöhung auch die Kasse der Gewerkschaft klingelt; nein, eine Lohnerhöhung wirkt sich auch positiv auf das Arbeitslosengeld I aus. Und was Beschäftigungssicherungsverträge in der Vergangenheit bewirkt haben, dass muss hier nicht noch mal explizit negiert werden, oder?

Ähnlich ehrlich wie Langzeitverträge zur Beschäftigungssicherung ist unser geliebter Peter Müller aus dem Saarland. Kaum ist die Tinte unter dem Koalitionsvertrag getrocknet, lässt er verlautbaren: „Saarlands Ministerpräsident Müller bezweifelt, dass sein Land die geplanten Steuersenkungen billigen kann“. Lieber Peter Müller, uns, also jenen, die mit einem gewissen politischen Sachverstand eben ihre Partei nicht gewählt haben, war das auch schon lange vor dem 27. September klar, Ihnen wahrscheinlich auch, oder? Oder haben Sie einfach vergessen, im Wahlkampf darauf hinzuweisen, dass diese Luftschlösser von FDP und CSU nie und nimmer finanzierbar sind!?

Nichts Neues hingegen gibt´ s bei der SPD. Nach der Wahl werden dieselben Phrasen publiziert wie vor der Wahl. Karl Lauterbach „rechnet mit rasant steigenden Kosten für Versicherte“. Nix Neues eben.

Wobei hier auch noch die zu Millionen bestellten Impfdosen ins Gewicht fallen, die nicht verbraucht werden, denn „60 Prozent der Deutschen wollen sich nicht impfen lassen“ und schon gar nicht mit dem billigen Zeugs.

Und wo wir gerade bei Krankheiten sind: Viel schlimmer als jede Vogel-, Schweine-, Hunde- und Wellensittichgrippe ist das, was die Duisburger Grünen machen. Wir haben das ja schon an der ein oder anderen Stelle beschrieben, dass 20 Jahre Finkenkrug an niemanden spurlos vorbei geht, aber dass sich die Grünen wirklich den letzten Verstand aus der Birne gesoffen haben, ist einfach (mir fehlen die Worte) unglaublich.

Als kleinen Trost empfinde ich es, das Rammstein auf Platz eins der Album-Charts stürmt und damit Xavier „ich singe über Gott, weil mir sonst nix geblieben ist“ Naidoo auf Platz vier.

Mittwoch 28. Oktober 2009

Ach der Mittwoch fängt ja für die SPD nicht wirklich gut an. Hans Buschkowsky, seines Zeichens Bürgermeister in Berlin-Neukölln und anscheinend Bruder im Geiste von Sarrazin, erklärte er zum Thema Betreuungsgeld: “In der deutschen Unterschicht wird es versoffen und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt.”
Oh jeh, so langsam war die SPD ja in der komfortablen Situation, dass man die populistischen Aussagen von Sarrazin nicht mehr den Sozialdemokraten zurechnete, da kommt der nächste von den Medien benachteiligte Sozi und mach alles zunichte.

Und dabei wäre es doch so einfach für die SPD, sich nur auf die unglaublichen Aussagen der FDP zu fokussieren, dass der “Gesundheitsfonds wird in dieser Form nicht aufrechterhalten werden”.
Ja, liebe Sozialdemokraten, das ist Sprengstoff, und nicht das Ablästern über Menschen und deren Situationen, die IHR zu verantworten habt.

Aber Ihr seit ja nicht die Einzigen, die alles für aussichtslos haltet. Da gibt es unseren neuen Finanzminister, der noch vor der Vereidigung feststellt, “Wenn ich in zwei Jahren scheitern sollte, bin ich 69, und dann wäre das zu verkraften.” Lieber Wolfgang Schäuble, solange Du in Deinem neuen Büro im Finanzministerium nicht wieder Umschläge mit 100.000 Mark (habe keinen Bock auf Euro-Umrechnung) verlierst, wird alles gut.

Und dabei solltest Du auch an Volkes-Seele denken, die Steuersenkungen auf Pump ab ablehnen.
Bei soviel Selbstkritik verblasst die Nachricht, dass BP in Deutschland 600 Stellen streichen will. Betroffen ist da vor allem die Bochumer Hauptverwaltung mit 200 Stellen.


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