stern: Deutsche Telekom trickst bei Aufklärung der neuen Datenaffäre

Hamburg (ots) – Die Deutsche Telekom trickst offenbar bei der Aufklärung der jüngsten Datenaffäre. Anders als behauptet, hat die Sicherheitsabteilung des Bonner Konzerns seit geraumer Zeit deutliche Hinweise darauf, dass Telekom-Datensätze in dunkle Kanäle gelangt sind. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.

Zu den jüngst bekannt gewordenen Datenschiebereien bei Callcentern hatte die Telekom bislang angegeben: Ob und in welchem Umfang tatsächlich Telekom-Daten für unseriöse Zwecke verwendet worden seien, stehe noch nicht fest. In Wahrheit hatte die Kriminalpolizei bereits Ende April 2008 rund 100.000 bei Scheinkäufen erworbene Datensätze zur Prüfung an die Telekom weitergeleitet. Die interne Auswertung ergab

nach stern-Information, dass davon ein Großteil aus den Kundendatenbeständen des Bonner Konzerns stammte. Allein bei 52.000 Datensätzen handele es sich um "Datenbestände aus dem Bereich T-Online", heißt es in dem internen Telekom-Papier.
Wie der stern vergangene Woche berichtete, hatte die Kripo Ende Juli auf eine Anzeige der Telekom hin 28 Büros und Wohnungen mutmaßlicher Datenhändler durchsucht. Dabei waren Millionen Datensätze beschlagnahmt worden, viele davon mit Vertragsangaben und Bankverbindungen der Kunden.

Auch auf Warnungen reagierte der Konzern nach stern-Informationen zögerlicher als er es heute darstellt. So fiel ein Callcenter-Betreiber Anfang 2009 Telekom-intern dadurch auf, dass von der Firma aus in den Monaten zuvor rund vier Millionen Mal auf die Kundendatenbank der Telekom zugegriffen worden war. Trotz des Verdachts auf unzulässige "Vorratsdatenbeschaffung", so ein internes Papier, lief die Vertriebskooperation zunächst weiter. Sie wurde erst Ende August vollständig beendet. Dies sei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft so geschehen, gibt die Telekom heute dazu an. Laut Ermittlungsakte lag die Sache anders: Die Kripo hakte mehrfach bei der Telekom nach, bis die Konzernsicherheit Anfang Juni endlich Angaben zu dem Vertrag mit der umstrittenen Firma machte. Gelöst wurde der Vertrag auch offenbar nicht wegen Datenklaus: Es habe zu viele Kundenbeschwerden gegeben, gab ein Telekom-Sicherheitsmann zu Protokoll.

One thought on “stern: Deutsche Telekom trickst bei Aufklärung der neuen Datenaffäre

  1. Nach geltendem Recht und geltender Rechtsprechung hat die Telekom AG die Verpflichtung darüber zu informieren!
    Betroffene habe z.B. nach dem Informationsfreiheitsgesetz ein Anrecht darauf, um nur eine Möglichkeit zu nennen..
    Zur vorschnellen Weitergabe der Daten war die Telekom sicher nicht verpflichtet. Deswegen muß sie jetzt umso mehr transparenz schaffen und Rede und Antwort stehen.

    Die Geschädigten müssen erfahren, ob sie betroffen sind.
    Deswegen schriftlich um Auskunft bitten und wenn die Antwort so ausfällt, wie man sich denken kann das sie ausfallen wird, Strafanzeige gegen den Vorstand stellen!

    Ruhig zum Anwalt gehn für den der die finanziellen Mittel hat und den Telefon anschluss kündigen würde ich bei denen auch..