Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Duisburg und der Polizei – zwei verletzte Polizisten, ein Toter

pol1Duisburg –  Eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Mann und einer Frau auf der Neckarstraße im Duisburger Wasserviertel meldeten Anrufer am Samstag, gegen 17:27 Uhr, der Polizei. Die Geschädigte hatte dem Passanten gegenüber zunächst lautstark mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei, dann aber leise, damit der etwas entfernt stehende Kontrahent nichts mit bekommt, gebeten, dringend die Polizei zu rufen. Der Zeuge reagierte schnell, ging um die Ecke und alarmierte die Leitstelle der Polizei.
Die Streifenwagenbesatzung des Egon 12/33 erhielt den Einsatz unter dem Stichwort „Bedrohung“ Neckarstraße und erschien kurz darauf am Einsatzort.
Die Beamten baten beide Personen zunächst um ihre Personalausweise. Während der 27jährige die Papiere bei sich hatte, ging die junge Frau zu ihrem in der Nähe stehenden Pkw. Auf dem Rückweg gab sie der Polizeibeamtin mit der Hand, ausgestreckter Zeigefinger und Daumen hoch, den Hinweis, dass der Mann eine Waffe hatte. Ihre Augen waren dabei vor Angst weit aufgerissen. Die Beamtin schaltete sofort, stieg aus dem Wagen, griff den Arm des Mannes und rief „Waffe“. Ihr Kollege ergriff nahezu gleichzeitig den anderen Arm. Er riss sich jedoch los, strauchelte, verlor seine Waffe

und ging zu Boden. Auf Händen und Knien erreichte er schneller die Waffe als die Polizisten. Er setzte sich dann auf die Unterschenkel, verschränkte die Oberarme mit der Waffe so, dass man nicht heran kommen konnte. Die Beamten erkannten das und wollten zurück weichen, als der Mann sich unterhalb des rechten Ohres in den Kopf schoss. Das Projektil trat an der linken Schläfe aus, durchschlug anschließend die linke Hand des 49-jährigen Polizeikommissars und traf die 32-jährige Polizeikommissarin seitlich in der Achselhöhle. Ein Stelle, an der die Schussweste aus Gründen der besseren Beweglichkeit ausgeschnitten ist. Dieser Hergang ergibt sich zweifelsfrei aus den Zeugenaussagen, den Aussagen der Beamten sowie dem Spurenbild vom Tatort.
Den Verletzten geht es zwischenzeitlich gesundheitlich wieder recht gut. Sie stehen jedoch nach wie vor unter dem Eindruck des Erlebten. Eine entsprechende Betreuung ist sichergestellt und viele Kollegen finden sich zu aufmunternden Besuchen im Krankenzimmer ein.
Der Verstorbene war ein mehrfach wegen gleich gelagerter Delikte polizeilich in Erscheinung getretener 27-jähriger in Polen geborenerund in Ostwestfalen wohnender Mann. Bei der Waffe handelt es sich um eine von ihm illegal beschaffte Pistole der russischen Marke Tokarev. Die Herkunft der Waffe ist noch nicht geklärt.
Die bedrohte 27-jährige Duisburgerin hatte den Mann im Internet kennen gelernt. Bereits beim ersten Treffen erkannte sie, dass mit ihm etwas nicht stimmte und lehnte jeden weiteren Kontakt ab. Das wollte er jedoch nicht akzeptieren und hat sie mehrfach verfolgt und bedroht.

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