SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach weist Söder-Vorschläge zur Reform des Gesundheitsfonds zurück

Berlin – (ots) – Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Vorschläge von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) zur Reform des Gesundheitsfonds scharf zurückgewiesen. In der SWR-Talkshow "2+Leif" wandte sich Lauterbach am Montagabend vor allem gegen die Forderung nach Abschaffung der zentralen und gleichen Verteilung der Fondsmittel: "Die Regionalisierung ist der Versuch, was in ganz

Deutschland gesammelt wird, nach Bayern und Baden-Württemberg zu schieben. Wieso sollen denn die Menschen in Baden-Württemberg und in Bayern bevorteilt werden. Der Rest von Deutschland soll bezahlen, damit die Ärzte in Baden-Württemberg und in Bayern besser leben. Das halte ich für falsch."

Lauterbach kritisierte auch Söders Vorschlag für einen Sparbeitrag der Pharmaindustrie. In "2+Leif" sagte der SPD-Politiker: "Herr Söder ist ein Spezialist für Ankündigungen, die schnell vergessen werden. Ich glaube da wird nichts kommen. Die Union hätte in den Verhandlungen mit uns zusammen über Jahre hinweg die Möglichkeit gehabt im Bereich der Pharmaindustrie Sparmaßnahmen durchzusetzen. Hat das aber nie gemacht."

Der Bayreuther Gesundheitsökonom Peter Oberender forderte in "2+Leif" eine Privatisierung im Bereich Zahnersatz. In der SWR-Talkshow sagte Oberender: "In der Schweiz ist der Zahnstatus besser. Alles wird praktisch vom Einzelnen getragen. Ich würde den gesamten Zahnbereich rausschmeißen. Das macht die Schweiz. Das sind zwölf Milliarden Einsparpotential."

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach lehnte dies strikt ab. In "2+Leif" erklärte er: "Wenn wir den Zahnersatz privatisieren, hätten diejenigen, die das Geld nicht haben, gar keine oder eine Billigstversorgung. Und die anderen hätten Topzähne. Ich lese das Einkommen der Menschen dann an den Zähnen ab." Lauterbach forderte stattdessen eine staatliche Preiskontrolle:  "Wir müssen die Preise drücken. Da bin ich für mehr staatliche Preiskontrolle. Ich bin auch für mehr Marktmacht der Kassen. Wir brauchen weniger Kassen, die aber größer sind und direkt verhandeln."

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