Piratenpartei begrüßt Anstrengungen gegen Internet-Kriminalität – verständliche Ratgeber für Computer-Laien nötig

Der IT-Branchenverband Bitkom und das Bundeskriminalamt (BKA) stellten gestern im Rahmen einer Pressekonferenz die neuesten Entwicklungen bei der Internet-Kriminalität vor. Das BKA beklagte dabei einen vermehrten Missbrauch digitaler Nutzerprofile und erwartet für 2009 einen Schaden von 11 Millionen Euro allein beim Online-Banking. Bitkom und BKA kündigten an, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Polizei weiter auszubauen. Ziel sei ein noch intensiverer Austausch über Entwicklungen in der Computerkriminalität und Strategien zu deren Bekämpfung.

Die Piratenpartei Deutschland begrüßt diesen Vorstoß. Sie fordert aber zugleich, bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Polizei Augenmaß walten zu lassen. »Die Furcht vor der Internet-Kriminalität darf nicht zu einem weiteren Generalverdacht gegen Computernutzer führen. Die Vorratsdatenspeicherung ist hier ein mahnendes Beispiel«, erklärte Jan Marten Simons, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei. »Es ist auch wichtig, sich klarzumachen, dass Verbrechen immer in der Realität von echten Kriminellen begangen werden. Das Internet

ist nur ein Mittel wie viele andere.« Bei einem Austausch zwischen Wirtschaft und Polizei seien die Datenschutzbestimmungen zu beachten, so Simons.

Die Piratenpartei beklagt die Qualität der verfügbaren Hilfen und Broschüren zur privaten IT-Sicherheit. Häufig mangelt es an Verständlichkeit oder an konkreten Details, so dass der Nutzer nicht alle Tipps an seinem Computer nachvollziehen kann. Auch behandeln die Materialien vielfach nur die wirtschaftlichen Aspekte von Internet-Sicherheit und gehen zu wenig auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte ein.

Computer sind für die meisten Deutschen zu einem alltäglichen Werkzeug geworden. Die Sicherheit der darin gespeicherten Daten – nicht selten privater Natur – und der Schutz der digitalen Identität des Nutzers bleiben oft auf der Strecke. Jan Marten Simons: »Die Unterstützung der Bürger mit Rat und Hilfe beim Thema Computersicherheit ist nach unserer Meinung oftmals nicht verständlich, wenig ausführlich und dringend verbesserungswürdig. Beispielsweise existieren zum Thema Wohnungseinbruch umfangreiche Ratgeber und Vor-Ort-Beratungen der Polizei. Bei der PC-Sicherheit müssen sich Bürger mit Broschüren begnügen, die zuviel Fachbegriffe und zuwenig Einzelheiten enthalten.
Die Ratgeber sollten den aktuellen Stand der Angriffs- und Schutztechniken ausreichend detailliert und verständlich schildern, damit der mündige Onliner eventuelle Gefahren einschätzen und sich dagegen wehren kann.« Auch den von BKA und Bitkom gestern veröffentlichten zweiseitigen Zehn-Punkte-Ratgeber zur Computersicherheit dürften die meisten Bürgern nur mit fachkundiger Hilfe umsetzen können.

Die PIRATEN haben sich nicht nur den Schutz der Bürgerrechte zum Ziel gemacht. Sie wollen auch über Gefahren und mögliche Schutzmaßnahmen bei der IT-Sicherheit aufzuklären und interessierten Bürgern mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

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