Verbraucherschützer streiten über Ampelcheck für Finanzprodukte

Frankfurt (ots) – Verbraucherzentrale Bundesverband lehnt umstrittene Broschüre aus Hamburg ab / Insbesondere die pauschale Verweigerung von Versicherungen stößt auf Kritik / Bund der Versicherten wendet sich ebenfalls gegen den „Ampelcheck Geldanlage“

Der „Ampelcheck Geldanlage“ der Verbraucherzentrale Hamburg sorgt innerhalb der Verbraucherschutz-Szene für Auseinandersetzungen. Er lehne die Broschüre in der vorgelegten Form ab, sagte Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dem Anlegermagazin ‚Börse Online‘ (Ausgabe 40/2009). Zwar bräuchten Verbraucher „bei den teilweise sehr komplexen

Finanzprodukten“ einfache Navigationshilfen, doch werde das Druckwerk „diesem Ziel nicht gerecht“.

Spezielle Kritik äußerte Westphal gegenüber ‚Börse Online‘ daran, dass in der Broschüre fast alle Versicherungen als ungeeignet für die Altersvorsorge bezeichnet werden: „Ich stimme dieser Aussage nicht zu.“ Bei ordentlicher Risikoaufklärung und Bedarfsklärung sei es durchaus möglich, Lebens- und Rentenpolicen abzuschließen. Westphal betonte, dass der Ampelcheck außerhalb der Verantwortung des vzbv erschienen sei; die Verbraucherzentralen der Länder seien rechtlich unabhängig.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte eine Reihe von Produkten nach den Ampelfarben bewertet, inwieweit diese für die Altersvorsorge tauglich sind. Weil Versicherungen so schlecht abschnitten, hatte der Anbieter Debeka eine einstweilige Verfügung gegen die Broschüre erwirkt. Das Landgericht Berlin hob diese Verfügung allerdings vor kurzem aus formalen Gründen wieder auf.

Auch der Bund der Versicherten (BdV), eine privat finanzierte Verbraucherschutz-Organisation, wandte sich gegen die Broschüre. Pauschale Urteile seien bei Finanzprodukten unangebracht, „auch in diesem Fall“, sagte die BdV-Vorsitzende Blunck gegenüber ‚Börse Online‘. Sie bezeichnete eine Ampelkennzeichnung als „absolut blödsinnig“ und warnte: „Verbraucher, die ein grün bewertetes Produkt kaufen, wiegen sich in einer Scheinsicherheit.“

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