Nur wenn man Reichtum begrenzt, kann man Armut besiegen- Gysi in Duisburg

Duisburg – Am Mittwoch trat zum zweiten Mal in diesem Monat Politikprominenz der Linkspartei in Duisburg auf. Auf der Kuhstraße in Höhe des Optiker Apollo stand die Großbühne, auf der an diesem Mittwoch Ulla Lötzer, Hüseyin Aydin, Marc Mulia und Gregor Gysi auftraten. Viel Politiker tun sich ja schwer, die Menschen zum Zuhören zu bewegen. Noch schwerer wird es, wenn es regnet und die Menschen lieber in den Kaufhäusern oder noch besser zu Hause bleiben. Doch ein Vertreter dieser Zunft schafft es tatsächlich Menschen dazu auch bei Regen ihm zu zuhören. Obwohl Gregor Gysi nur ein wenig länger ist als Madonna, so füllt er ganz natürlich die Bühne, bannt seine Zuhörer, sonnt sich sichtlich im Zuspruch, den ihm die Duisburger durch viel „Szenen-Applaus“ geben.
Er spricht über Hartz, über Steuern, über den Reichtum für alle. „Ich habe ein Wahlplakat der CDU mit der Forderung nach Steuersenkungen gesehen, ein Plakat der SPD die vier Millionen neue Arbeitsplätze verspricht. Da dachte ich mir, dann muss auf unseren Plakaten eben Reichtum für alle“, so Gysi in der Erklärung seines Wahlplakates. Wobei betonnt Gysi „Reichtum nicht immer materiell gesehen werden darf, Bildung kann auch Reichtum bedeutet“. Es ist so, als wäre Robin von Locksley auf der Bühne und nicht Gregor Gysi. Statt Pfeil und Bogen erlegt der Politiker seine Gegner mit messerscharfen Worten und Formulierungen. Gysi kennt die Macht seiner Worte, die Menschen in seinen Bann ziehen. Er versteckt sich nicht hinter verklausulierten Worthülsen, er spricht die Sprache des einfachen Mannes, der ihm an den Lippen hängt.
Afghanistan und die Bundeswehr, ein Thema für sich, aber auch für Gysi. „Der Einsatz dort hat uns bisher 10 Milliarden Euro gekostet. Jetzt stellen sie sich mal vor, wir hätten dieses Geld in die Entwicklungshilfe gesteckt, in ärztliche Vorsorge, da hätte man eine Millionen Menschen das Leben retten können. Als dritt größter Waffenexporteur nach den USA und Russland verdienen wir an jedem Krieg mit“, so Gysi weiter. Es gebe zu viele Leute, die an Kriegen verdienen.
Beim Thema Renten legt Gysi richtig los. Es gäbe keinen Generationenkonflikt, den uns die Grünen und auftischen wollen, da die Hälfte der Jungen Menschen heute später mal Armutsrenten bekommen würden. „Wir müssen heute schon die Jungen Menschen denken, die keine vernünftigen Renten mehr bekommen würden“ so Gysi weiter. „Wenn alle einzahlen würden, dann müssten wir uns nicht über zwei Jahre länger Arbeit unterhalten, nicht über eine neue Berechnungsformel“, so seine Begründung für die Abschaffung der Beitragsmessungsgrenze. Gysi stellte einen Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn an. In Frankreich liegt das Renteneintrittsalter bei 65, wer 40 Jahre gearbeitet hat, kann
dort mit 60Jahren den Ruhestand gehen, in Schweden ist das Renteneintrittsalter bei 61, wer länger arbeitet, bekommt Zuschläge, in Finnland mit 63 Jahren und auch dort gibt es Zuschläge für jene, die darüber hinaus weiter arbeiten. In Norwegen geht man mit 65 Jahren in Ruhestand und bekommt mindestens eine Grundrente von 1000 Euro. „Diese Länder sind nicht reicher als Deutschland, aber anscheinend gibt es dort einen anderen sozialen Widerstand, eine Rest-SPD, die ja bei uns stark entsozialdemokratiesiert worden ist“. Doch für solche Änderungen würde es in Deutschland keine politische Unterstützung geben. „Die CDU will nicht an die Besserverdienenden, die FDP schon gar nicht und die Grünen waren mal Hausbesetzer, heute sind sie Hausbesitzer und denken auch ganz anders“.
Gysi forderte, dass das Arbeitslosengeld I länger bezahlt wird und sich an der Länge der Arbeitsjahre orientiert, eine bessere Vermittlung unter Berücksichtigung der Qualifikation und einen Sektor schaffen, in dem Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit finanziert wird wie zum Beispiel Sozialarbeit in Schulen.
Es folgen Anekdoten aus dem Bundestag, mit denen er die Doppelzüngigkeit von CDU und SPD offenlegt. Gysi beschreibt das Abstimmungsverhalten der beiden Parteien bezüglich einer Erhöhung des Schonvermögens von ALG2-Empfängern. In der Öffentlichkeit erklären alle Parteien zur Unterstützung eines Gesetzesentwurfs bereit doch bei der Abstimmung im Bundestag zeigt sich dann ein anderes Bild.
Gregor Gysi redet lang, er unterhält wie kein anderer Politiker die Menschen. Ja, er ist ein Profi, ein Vollblut Politiker, dem man es abnimmt, was er sagt.

gg1Duisburg – Am Mittwoch trat zum zweiten Mal in diesem Monat Politikprominenz der Linkspartei in Duisburg auf. Auf der Kuhstraße in Höhe des Optiker Apollo stand die Großbühne, auf der an diesem Mittwoch Ulla Lötzer, Hüseyin Aydin, Marc Mulia und Gregor Gysi auftraten. Viele Politiker tun sich ja schwer, die Menschen zum Zuhören zu bewegen. Noch schwerer wird es, wenn es regnet und die Menschen lieber in den Kaufhäusern oder noch besser zu Hause bleiben. Doch ein Vertreter dieser Zunft schafft es tatsächlich Menschen zu begeistern ihm auch bei Regen  zu zuhören. Obwohl Gregor Gysi nur ein wenig länger ist als Madonna, so füllt er ganz natürlich die Bühne aus, bannt seine Zuhörer, sonnt sich sichtlich im Zuspruch, den ihm die Duisburger durch viel „Szenen-Applaus“ geben.

Er spricht über Hartz, über Steuern, über den Reichtum für alle. „Ich habe ein Wahlplakat der CDU mit der Forderung nach Steuersenkungen gesehen, ein Plakat der SPD die vier Millionen neue Arbeitsplätze verspricht. Da dachte ich mir, dann muss auf unseren Plakaten eben Reichtum für alle“, so Gysi in der Erklärung seines Wahlplakates. Wobei betonnt Gysi „Reichtum nicht immer materiell gesehen werden darf, Bildung kann auch Reichtum bedeuten“. Es ist so, als wäre Robin von Locksley auf der Bühne und nicht Gregor Gysi. Statt Pfeil und Bogen erlegt der Politiker seine Gegner mit messerscharfen Worten und Formulierungen. Gysi kennt die Macht seiner Worte, die Menschen in seinen Bann ziehen. Er versteckt sich nicht hinter verklausulierten Worthülsen, er spricht die Sprache des einfachen Mannes, der ihm an den Lippen hängt.

Afghanistan und die Bundeswehr, ein Thema für sich, aber auch für Gysi. „Der Einsatz dort hat uns bisher 10 Milliarden Euro gekostet. Jetzt stellen sie sich mal vor, wir hätten dieses Geld in die Entwicklungshilfe gesteckt, in ärztliche Vorsorge, da hätte man eine Millionen Menschen das Leben retten können. Als dritt größter Waffenexporteur nach den USA und Russland verdienen wir an jedem Krieg mit“, so Gysi weiter. Es gebe zu viele Leute, die an Kriegen verdienen.

Beim Thema Renten legt Gysi richtig los. Es gäbe keinen Generationenkonflikt,gg2den uns die Grünen  auftischen wollen, da die Hälfte der Jungen Menschen heute später mal Armutsrenten bekommen würden. „Wir müssen heute schon die Jungen Menschen denken, die keine vernünftigen Renten mehr bekommen würden“ so Gysi weiter. „Wenn alle einzahlen würden, dann müssten wir uns nicht über zwei Jahre Rentenkürzung unterhalten, nicht über eine neue Berechnungsformel“, so seine Begründung für die Abschaffung der Beitragsmessungsgrenze. Gysi stellte einen Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn an. In Frankreich liegt das Renteneintrittsalter bei 65, wer 40 Jahre gearbeitet hat, kann

dort mit 60Jahren den Ruhestand gehen, in Schweden ist das Renteneintrittsalter bei 61, wer länger arbeitet, bekommt Zuschläge, in Finnland mit 63 Jahren und auch dort gibt es Zuschläge für jene, die darüber hinaus weiter arbeiten. In Norwegen geht man mit 65 Jahren in Ruhestand und bekommt mindestens eine Grundrente von 1000 Euro. „Diese Länder sind nicht reicher als Deutschland, aber anscheinend gibt es dort einen anderen sozialen Widerstand, eine Rest-SPD, die ja bei uns stark entsozialdemokratiesiert worden ist“. Doch für solche Änderungen würde es in Deutschland keine politische Unterstützung geben. „Die CDU will nicht an die Besserverdienenden, die FDP schon gar nicht und die Grünen waren mal Hausbesetzer, heute sind sie Hausbesitzer und denken auch ganz anders“.

Gysi forderte, dass das Arbeitslosengeld I länger bezahlt wird und sich an der Länge der Arbeitsjahre orientiert, eine bessere Vermittlung unter Berücksichtigung der Qualifikation und einen Sektor zu schaffen, in dem Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit finanziert wird wie zum Beispiel Sozialarbeit in Schulen.

Es folgten Anekdoten aus dem Bundestag, mit denen er die Doppelzüngigkeit von CDU und SPD offenlegte. Gysi beschreibt das Abstimmungsverhalten der beiden Parteien bezüglich einer Erhöhung des Schonvermögens von ALG2-Empfängern. In der Öffentlichkeit erklären alle Parteien zur Unterstützung eines Gesetzesentwurfs bereit doch bei der Abstimmung im Bundestag zeigt sich dann ein anderes Bild.

Gregor Gysi redet lang, er unterhält wie kein anderer Politiker die Menschen. Ja, er ist ein Profi, ein Vollblut Politiker, dem man es abnimmt, was er sagt.

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