Asche von menschlichen Leichenteilen im Atomlager Asse

Hamburg (ots) – Im maroden Atomlager Asse verrotten nicht nur Fässer mit hochgiftigem Arsen und strahlendem Plutonium. Dort lagert nach Informationen von stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins stern, auch Asche von menschlichen Leichenteilen. Sie stammt von zwei Technikern, die bei einem Unfall im bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen getötet worden sind und deren Asche schließlich in Fässern in der Asse landete.

Wie stern.de berichtet, sollten am 19. November 1975 in Grundremmingen zwei Ventile in einem Nebensystem des Primärkreislaufs repariert werden. Dabei trat explosionsartig ein radioaktives Dampf-Wasser-Gemisch aus, das einen 34-jährigen Mitarbeiter des Kraftwerks sofort tötete. Ein 46-jähriger Kollege starb am nächsten

Morgen in einem Krankenhaus in Ludwigshafen. Die Obduktion wurde in einer Klinik in München-Schwabing vorgenommen. Dabei wurden Leichenteile abgetrennt, um sie auf Radioaktivität untersuchen zu lassen. Kurz nach der Obduktion, so das Online-Magazin, wurden die Leichen noch im Krankenhaus in Zinksärge eingelötet, ohne dass die Angehörigen sie noch einmal gesehen hätten. Die Strahlung an der Sargoberfläche war so gering, dass die Männer sechs Tage nach dem Unfall in Lauingen unter Anteilnahme von Atomkraftwerksleitung und Aufsichtsbehörde beerdigt wurden.

Während in ersten Meldungen noch von einer „starken Kontamination“ bei dem Unfall die Rede gewesen war, behandelten ihn die Behörden schließlich als „radiologisch bedeutungslos“, berichtet stern.de. Die Leichenteile wurden später als „klinische Abfälle“ behandelt und offenbar im Kernforschungszentrum Karlsruhe in einer besonderen Anlage verbrannt.

Die Asche dieser Anlage wiederum kam in Fässern in das ehemalige Salzbergwerk Asse, wo heute insgesamt 126.000 Fässer mit giftigen und strahlenden Abfällen unter eintretenden Laugen verrosten. Wo die menschlichen Überreste dort genau liegen, ist nicht bekannt. Sicher ist nach stern.de-Informationen nur, dass auch Tierkadaver in das so genannte Versuchsendlager entsorgt worden sind.

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