Im Dienst der Justiz: Erkenntnisquelle Internet – Wikipedia korrekt zitieren

Hannover (ots) – Deutsche Gerichte verweisen immer häufiger auf Wikipedia-Artikel zu Themen, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen. Dabei hapert es oft an der korrekten Zitierweise der nicht immer aktualisierten Beiträge. Wer jedoch den Zeitpunkt des Abrufs und den Permanentlink nennt, ist auf der sicheren Seite, so das IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 10/09.

Nicht nur für Juristen ist es wichtig, wie man Internetquellen richtig zitiert. Im Gegensatz zu Büchern oder Fachaufsätzen muss man der Besonderheit Rechnung tragen, dass sich Inhalte von Webseiten ständig ändern können. Gerade für Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia ist das von besonderer Bedeutung, denn ihre Qualität hängt von der ständigen Pflege der Community ab. Deswegen sollte unbedingt der Zeitpunkt des Abrufs und der jeweilige Permanentlink angegeben werden.

Den Permanentlink eines Wikipedia-Artikels

kann man auf der linken Seite der Wikipedia-Maske unter „Werkzeuge“ aufrufen. Er verweist bei Webinhalten, die einer Versionierung unterliegen, immer auf eine zu einem bestimmten Zeitpunkt gültige Fassung eines elektronischen Dokuments, selbst wenn im Nachhinein aktuellere Fassungen hinzugekommen sind.

Kaum bekannt ist, dass es für das Zitieren einer elektronischen Quelle eine Vorschrift gibt: ISO-Norm 690-2. Danach ist etwa die „vollständige URL“ anzugeben, also einschließlich „http://“, auch wenn dies bei den meisten Browsern nicht mehr erforderlich ist. Wird zum Beispiel der Wikipedia-Artikel über die „iX“ zitiert, könnte ein gutes Zitat einschließlich Zeitangabe und Permanentlink so aussehen: „Wikipedia, Stichwort „iX – Magazin für professionelle Informationstechnik“, Version vom 25. Juli 2009, 22:25 Uhr, abrufbar unter http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=IX_%E2%80%93_Magazin_ f%C3%BCr_professionelle_Informationstechnik&oldid=62620567″

Da es bei Wikipedia-Artikeln keine einzelnen Autoren gibt, reicht der Hinweis: Urheber ist die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren, die Wikipedia-Community. „Für einen Richter, der sein Urteil ,im Namen des Volkes‘ spricht, nicht die schlechteste Referenz“, meint iX-Redakteurin Ute Roos.

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