Duisburg: Bundestagskandidatin Bärbel Bas im Interview

Bärbel Bas ist Bundestagskandidatin der SPD für den Wahlkreis Duisburg I. Sie ist 1968 geboren, seit 1988 SPD-Mitglied und inzwischen deren stellvertretende Vorsitzende in Duisburg. Die ledige Personalleiterin einer gesetzlichen Krankenkasse kandidiert erstmalig für den Deutschen Bundestag.
Das Gespräch wurde am Sonntag Mittag geführt, also vor Bekanntwerden der Steinmeier-Äußerungen zum Afghanistan-Abzug und dem TV-Duell zwischen Merkel und Steinmeier.
Xtranews: Frau Bas, Sie kandidieren in Duisburg als SPD-Kandidatin für den Bundestag. Das ist doch eigentlich ein Selbstläufer.
Bärbel Bas: Von selbst läuft gar nichts. Ich laufe selbst. Und ich werde auch in den letzten beiden Wochen um jede Stimme kämpfen. Doch, um Sie zu beruhigen: es läuft ganz gut.
Xtranews: Das mag hier in Duisburg so sein. Aber, wenn man sich das bundesweit so ansieht, die Umfragewerte für Ihre Partei: aus der Aufholjagd scheint nichts geworden zu sein.
Bärbel Bas: Also, wir hatten auch vor der Kommunalwahl eine Umfrage für Duisburg. Leider ist es Jürgen C. Brandt tatsächlich nicht geworden. Aber es fehlten am Ende sechs Prozentpunke, und nicht etwa sechszehn, wie vorhergesagt. Und beim Stadtrat wurde ein Gleichstand zwischen CDU und SPD prognostiziert. Tatsächlich lagen wir dann aber um mehr als fünf Prozentpunkte vor der CDU.
Xtranews: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die SPD in zwei Wochen die stärkste Partei wird.
Bärbel Bas: In Duisburg bin ich davon fest überzeugt. Bundesweit haben wir da sicherlich noch ein Stück Arbeit vor uns.
Xtranews: Selbst dann wäre Steinmeier immer noch nicht Kanzler …
Bärbel Bas: Nun warten Sie doch mal das TV-Duell heute Abend ab. Und außerdem sind es ja noch zwei Wochen hin. Viele Wähler entscheiden sich erst auf dem letzten Drücker. Darunter – das ist belegbar – deutlich mehr aus der SPD-Stammwählerschaft.
Xtranews: Lassen wir diese Kaffeesatzleserei und kommen lieber zu den Inhalten …
Bärbel Bas: … da wäre mir auch sehr dran gelegen.
Xtranews: Frau Bas, Sie werden im Deutschen Bundestag alsbald über eine weitere Verlängerung des
Bundeswehrmandats in Afghanistan zu befinden haben. Können Sie uns jetzt schon sagen, wie Sie abstimmen werden?
Bärbel Bas: Nein, das kann ich nicht. Es kommt nämlich schon darauf an, was zur Abstimmung vorgelegt wird. Eine weitere Verlängerung des Mandats ist aber unvermeidlich.
Xtranews: Das heißt nichts anderes, als dass Sie für den Krieg in Afghanistan sind. Wir stellen uns eigentlich unter einer neuen Abgeordneten, die sich politisch links einordnet, etwas anderes vor.
Bärbel Bas: Nun aber mal langsam! Da ist die Welt schon ein wenig komplizierter als uns die Plakate der Linkspartei weis machen wollen. Auch ich bin für den Frieden. Das heißt in Afghanistan: wenn wir unsere Soldaten dort Hals über Kopf abziehen, gibt es mehr Krieg. Viel mehr Krieg. Die Taliban würden mit einem entsetzlichen Gemetzel beginnen. Das will ich nicht! Das kann niemand wollen.
Xtranews: Also bleibt alles beim Alten?
Bärbel Bas: Nein, wir brauchen eine Rückzugsstrategie. Einen konkreten Zeitplan für den Abzug unserer Truppen, ohne dass das Land wieder den Taliban in die Hände fällt. Ich möchte, dass unsere Leute so schnell wie möglich zu Hause sind.
Xtranews: Okay, Ihre Schwerpunktthemen sind die Gesundheits- und die Sozialpolitik. Formulieren Sie doch bitte ihre jeweils wichtigstes Anliegen auf diesen Gebieten!
Bärbel Bas: In der Gesundheitspolitik ist es eindeutig die Soziale Bürgerversicherung, in der Arbeits- und Sozialpolitik der flächendeckende, für alle Branchen geltende gesetzliche Mindestlohn. Und, wenn ich das noch sagen darf, auch wenn die Energiepolitik nicht zu meinen Schwerpunkten gehört: am Atomausstieg darf nicht gerüttelt werden!
Xtranews: Warum heben Sie auch den Atomausstieg hervor? Und was haben die Wähler davon, dass sie diese Forderungen ins Zentrum rücken.
Bärbel Bas: Auf den Atomausstieg wurde ich – neben „meinen“ gesundheits- und sozialpolitischen Themen – im Wahlkampf am häufigsten angesprochen. Und, glauben Sie es mir einfach: in Sachen Atomkraft geht bei mir nichts!
Xtranews: Wie kann dann die SPD für eine Ampel-Koalition mit der FDP werben?
Bärbel Bas: Bei einer Ampel-Koalition wären ja auch die Grünen dabei. Westerwelle will diese Koalition nicht, und er wird wissen warum. Ein Ausstieg aus dem Ausstieg wäre in einer Ampel bestimmt nicht zu bewerkstelligen.
Xtranews: Die Bürgerversicherung und der Mindestlohn aber vielleicht auch nicht …
Bärbel Bas: Wer mit der SPD koalieren will, muss wissen, dass er sich in diesen für uns essenziellen Fragen auf die SPD zu bewegen muss. Opposition ist Mist, das stimmt. Aber wir wollen nicht regieren um des Regierens willen.
Xtranews: Frau Bas, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

001-baerbel_basBärbel Bas ist Bundestagskandidatin der SPD für den Wahlkreis Duisburg I. Sie ist 1968 geboren, seit 1988 SPD-Mitglied und inzwischen deren stellvertretende Vorsitzende in Duisburg. Die ledige Personalleiterin einer gesetzlichen Krankenkasse kandidiert erstmalig für den Deutschen Bundestag.
Das Gespräch wurde am Sonntag Mittag geführt, also vor Bekanntwerden der Steinmeier-Äußerungen zum Afghanistan-Abzug und dem TV-Duell zwischen Merkel und Steinmeier.

Xtranews: Frau Bas, Sie kandidieren in Duisburg als SPD-Kandidatin für den Bundestag. Das ist doch eigentlich ein Selbstläufer.

Bärbel Bas: Von selbst läuft gar nichts. Ich laufe selbst. Und ich werde auch in den letzten beiden Wochen um jede Stimme kämpfen. Doch, um Sie zu beruhigen: es läuft ganz gut.

Xtranews: Das mag hier in Duisburg so sein. Aber, wenn man sich das bundesweit so ansieht, die Umfragewerte für Ihre Partei: aus der Aufholjagd scheint nichts geworden zu sein.

Bärbel Bas: Also, wir hatten auch vor der Kommunalwahl eine Umfrage für Duisburg. Leider ist es Jürgen C. Brandt tatsächlich nicht geworden. Aber es fehlten am Ende sechs Prozentpunke, und nicht etwa sechszehn, wie vorhergesagt. Und beim Stadtrat wurde ein Gleichstand zwischen CDU und SPD prognostiziert. Tatsächlich lagen wir dann aber um mehr als fünf Prozentpunkte vor der CDU.

Xtranews: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die SPD in zwei Wochen die stärkste Partei wird.

Bärbel Bas: In Duisburg bin ich davon fest überzeugt. Bundesweit haben wir da sicherlich noch ein Stück Arbeit vor uns.

Xtranews: Selbst dann wäre Steinmeier immer noch nicht Kanzler …

Bärbel Bas: Nun warten Sie doch mal das TV-Duell heute Abend ab. Und außerdem sind es ja noch zwei Wochen hin. Viele Wähler entscheiden sich erst auf dem letzten Drücker. Darunter – das ist belegbar – deutlich mehr aus der SPD-Stammwählerschaft.

Xtranews: Lassen wir diese Kaffeesatzleserei und kommen lieber zu den Inhalten …

Bärbel Bas: … da wäre mir auch sehr dran gelegen.

Xtranews: Frau Bas, Sie werden im Deutschen Bundestag alsbald über eine weitere Verlängerung des

Bundeswehrmandats in Afghanistan zu befinden haben. Können Sie uns jetzt schon sagen, wie Sie abstimmen werden?

Bärbel Bas: Nein, das kann ich nicht. Es kommt nämlich schon darauf an, was zur Abstimmung vorgelegt wird. Eine weitere Verlängerung des Mandats ist aber unvermeidlich.

Xtranews: Das heißt nichts anderes, als dass Sie für den Krieg in Afghanistan sind. Wir stellen uns eigentlich unter einer neuen Abgeordneten, die sich politisch links einordnet, etwas anderes vor.

Bärbel Bas: Nun aber mal langsam! Da ist die Welt schon ein wenig komplizierter als uns die Plakate der Linkspartei weis machen wollen. Auch ich bin für den Frieden. Das heißt in Afghanistan: wenn wir unsere Soldaten dort Hals über Kopf abziehen, gibt es mehr Krieg. Viel mehr Krieg. Die Taliban würden mit einem entsetzlichen Gemetzel beginnen. Das will ich nicht! Das kann niemand wollen.

Xtranews: Also bleibt alles beim Alten?

Bärbel Bas: Nein, wir brauchen eine Rückzugsstrategie. Einen konkreten Zeitplan für den Abzug unserer Truppen, ohne dass das Land wieder den Taliban in die Hände fällt. Ich möchte, dass unsere Leute so schnell wie möglich zu Hause sind.

Xtranews: Okay, Ihre Schwerpunktthemen sind die Gesundheits- und die Sozialpolitik. Formulieren Sie doch bitte ihre jeweils wichtigstes Anliegen auf diesen Gebieten!

Bärbel Bas: In der Gesundheitspolitik ist es eindeutig die Soziale Bürgerversicherung, in der Arbeits- und Sozialpolitik der flächendeckende, für alle Branchen geltende gesetzliche Mindestlohn. Und, wenn ich das noch sagen darf, auch wenn die Energiepolitik nicht zu meinen Schwerpunkten gehört: am Atomausstieg darf nicht gerüttelt werden!

Xtranews: Warum heben Sie auch den Atomausstieg hervor? Und was haben die Wähler davon, dass sie diese Forderungen ins Zentrum rücken.

Bärbel Bas: Auf den Atomausstieg wurde ich – neben „meinen“ gesundheits- und sozialpolitischen Themen – im Wahlkampf am häufigsten angesprochen. Und, glauben Sie es mir einfach: in Sachen Atomkraft geht bei mir nichts!

Xtranews: Wie kann dann die SPD für eine Ampel-Koalition mit der FDP werben?

Bärbel Bas: Bei einer Ampel-Koalition wären ja auch die Grünen dabei. Westerwelle will diese Koalition nicht, und er wird wissen warum. Ein Ausstieg aus dem Ausstieg wäre in einer Ampel bestimmt nicht zu bewerkstelligen.

Xtranews: Die Bürgerversicherung und der Mindestlohn aber vielleicht auch nicht …

Bärbel Bas: Wer mit der SPD koalieren will, muss wissen, dass er sich in diesen für uns essenziellen Fragen auf die SPD zu bewegen muss. Opposition ist Mist, das stimmt. Aber wir wollen nicht regieren um des Regierens willen.

Xtranews: Frau Bas, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Das Interview führte xtranews Redakteur Dr. Werner Jurga

2 thoughts on “Duisburg: Bundestagskandidatin Bärbel Bas im Interview

  1. Jurga verfährt nicht seriös.

    Der Interviewautor verschweigt, daß er, der er hier als Redakteur firmiert, die interviewte Kanditatin im Wahlkampf hinsichtlich ihrer Öffentlichkeitsarbeit berät.

    Insoweit ist das Interview reine PR. Unseriöse, schmutzige PR.

    Die umso komischer ist, als der für dieses Blog, XTRAnews, Verantwortliche, Thomas Rodenbücher, als Redaktionsmitglied der Zeitung der Duisburger Linkspartei, Standpunkt, auftaucht.

    Gemeinsam mit deren presserechtlich Verantwortlichen, Herrmann Dierkes, dem Jurga Antisemititismus vorhält.

    So geht das, wenn Laien PR machen. (-: