NRW-Schulministerin fordert neuen Schulentwicklungsplan für Duisburg

001-soerenlink00097Schulministerin Barbara Sommer (CDU) fordert die Stadt Duisburg auf, eine neue Schulentwicklungsplanung vorzulegen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Situation der Hauptschulen in Duisburg – zum Schuljahr 2009 / 2010 haben lediglich 67 Schüler die Hauptschule als erste Schulform gewählt – fragte der SPD-Landtagsabgeordnete Sören Link die Landesregierung, wie sie die bisherigen schulentwicklungsplanerischen Maßnahmen der Stadtspitze bewerte.
In der letzten Schulausschusssitzung in Duisburg wurde eine Vorlage von Oberbürgermeister Sauerland (CDU) beraten. Laut Schulverwaltung gebe es auch zukünftig keine nennenswerte Nachfrage zur Schulform Hauptschule mehr. Deshalb sollten die Kapazitäten an den Gesamtschulen soweit aufgestockt werden, dass auch die bislang abgewiesenen Schüler künftig dort aufgenommen werden können.

„Die Ministerin stellt in Ihrer Antwort deutlich heraus, dass die Stadt Duisburg dringend einen neuen Schulentwicklungsplan vorlegen muss, der auf die veränderten Gegebenheiten Rücksicht nimmt. Die Eltern

stimmen durch ihr Anmeldeverhalten mit den Füßen ab und zeigen der Schulform Hauptschule die Rote Karte, trotz der guten Arbeit, die vor Ort geleistet wird. Das liegt einfach am Image der Schulform und an den Chancen auf dem Ausbildungsmarkt“, so Sören Link.

Der Elternwille habe die Planungen der Stadt in Fragen der Schulentwicklung völlig aus der Bahn geworfen. Die Anmeldezahlen zu den Hauptschulen sinken von Jahr zu Jahr und die Stützungsmaßnahmen wie der Ausbau des Ganztagsbetriebs zeigten bei der Nachfrage kaum einen Erfolg. „Die Landesregierung gibt den Schwarzen Peter an die Kommunen weiter. Das dreigliedrige Schulsystem hat gerade in Städten wie Duisburg in der jetzigen Form keine Zukunft mehr“, so Heiko Blumenthal (SPD), Mitglied im Schulausschuss der Stadt Duisburg. „Wenn die Ministerin uns auffordert, die örtliche Schullandschaft im bestehenden System zu optimieren, klingt das fast wie eine Verhöhnung. Wir müssen über das jetzige Schulsystem hinaus denken und nach Lösungen suchen.“

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