Deutsche kritisieren Luftangriffe mit zivilen Opfern – Kritik an Verteidigungsminister Jung

Berlin (ots) – Nach den von einem deutschen Oberst angeforderten Bombardements in Afghanistan, die auch zivile Opfer forderten, sieht die Mehrheit der Deutschen den Afghanistan-Einsatz skeptisch. 50 Prozent der Deutschen sind der Meinung, eine Gefährdung von Zivilisten hätte verhindert werden müssen. Nur 41 Prozent glauben, zivile Opfer seien ohnehin nicht zu vermeiden gewesen. Unter den CDU-Wählern sieht das Verhältnis allerdings anders aus – hier glaubt eine Mehrheit von 44 Prozent, dass zivile Opfer

unvermeidbar waren, nur 40 Prozent kritisieren einen unzureichenden Schutz von Zivilisten. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den Nachrichtensender N24.
Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung steht wegen seiner Informationspolitik im Zusammenhang mit dem umstrittenen Luftschlag in der Kritik. Zu recht, wie die meisten Deutschen glauben: 51 Prozent der Befragten halten die Kritik an Jung für gerechtfertigt, nur 40 Prozent finden die Vorwürfe unbegründet. Vor allem aber befürchten die Deutschen eine größere Terrorgefahr durch den Einsatz in Afghanistan. Laut der Emnid-Umfrage glauben 69 Prozent der Befragten, dass sich das Terrorrisiko in Deutschland durch die Beteiligung am Afghanistan-Einsatz erhöht hat. Nur 18 Prozent sehen eine verringerte Terrorgefahr.

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