Meinung: Sauerland – Internet auf Eis gelegt

Öffentlichkeitsarbeit a la Sauerland

Öffentlichkeitsarbeit a la Sauerland

„Eine unverzügliche Anfrage an den Pressereferenten von Adolf Sauerland, Josip Sosic, blieb leider unbeantwortet.“ Dieser Satz muss an dieser Stelle nochmals wiederholt werden: Eine unverzügliche Anfrage an den Pressereferenten von Adolf Sauerland, Josip Sosic, blieb leider unbeantwortet. Heute wie damals ging es um den Dienst Twitter.

Dass der Oberbürgermeister das Internet für ein Mysterium hält, das konnte man in der Vergangenheit des öfteren feststellen. Am 30. April des Jahres 2008 war noch die Homepage des Oberbürgermeisters in der Fassung von 2004 online. Aktuelle Informationen? Fehlanzeige. Der Relaunch verschob sich dann andauernd, dann aber war die neue Homepage tatsächlich online. Perfektion? Fehlanzeige. Die Webseite steckte noch voller Fehler. Für ein Projekt, das monatelang in der Pipeline lag eigentlich undenkbar. Man war damals noch nicht mal imstande die neue Homepage des Bürgermeisters zu verbessern – man verschlimmerte sie eher noch.

Interaktion ist für Sauerland ein Fremdwort

Von Interaktion, das konnte man schon auf der Webseite sehen, hält der OB nicht sonderlich viel. Kommentare? Eingehen auf den Wähler? Fragen beantworten? Nicht auf der Webseite des OBs. Der brave Duisburger Unteran sollte seinen König hofieren. Mitsprache? Fehlanzeige. Die Erkenntnis, dass der OB twittert war in diesem Zusammenhang eine Überraschung. Positiv zu vermerken war die Tatsache, dass das PR-Team oder der OB selbst auch auf Fragen antwortete. Dass man bei Twitter nicht jedem folgen muss, der einen zu seinen Favoriten dazuaddiert hat ist in Ordnung.

Seit der Wahl allerdings starren die Unterstützer und Fans Sauerlands bei Twitter stündlich auf den Account des OBs. Falls sie nicht gerade entschieden haben den OB jetzt nach der Wahl zu lesen. Denn: Der Account ist gesperrt. Das heißt, nur diejenigen sehen die Beiträge, die vom OB zugelassen worden sind. Das gilt nicht für diejenigen, die schon vor der Wahl dazugestoßen sind – für die sind alle Tweets noch sichtbar. Diese beiden Tatsachen sind schon bemerkenswert.

Regierungsstil a la Versailles

Bemerkenswert und erhellend. Denn sie beweisen, dass der OB und sein Team erstens das Internet so gar nicht verstanden haben, dass er – oder sie – demzufolge auch das Web 2.0 nicht annähernd für sich erschloss und dass drittens der Duisburger Bürger Sauerland nach der Wahl einfach nicht mehr interessiert. Hauptsache das Kreuzchen wurde an der richtigen Stelle gesetzt.

Eigentlich wäre es dann konsequent den Link von der Homepage zu entfernen – die seit der Wahl übrigens auch nur noch sehr dürre Informationen zu bieten hat, das meiste aus anderen Quellen. Noch konsequenter wäre eine Löschung des Accounts. Denn ob Twitter im kurzlebigen Internet noch in sechs Jahren existiert – wer weiß. Eines ist sicher: Wer auch immer dann das Amt des Pressereferenten innehat wird sofort reagieren müssen anstatt zu hoffen, dass die Anfragen sich von selbst erledigen.

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