Widersprüche bei Zeugenaussagen zum Buback-Attentat

attenHamburg (ots) – Im Fall des Attentats der Roten Armee Fraktion (RAF) auf den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine zwei Begleiter im April 1977 sind nach einem Bericht des Online-Magazins stern.de neue Widersprüche in den Ermittlungen bekannt geworden. Zeugen, die eine Frau auf dem Rücksitz des Tatmotorrads gesehen haben wollen, wurden bislang in keinem Prozess zu dem Attentat angehört – obwohl den Ermittlern Hinweise vorliegen, die für die Glaubwürdigkeit der Zeugen sprechen.
Eine vierköpfige Familie hatte sich direkt nach dem

Buback-Attentat bei der Polizei gemeldet und ausgesagt, sie hätten das Tatmotorrad am Tag vor dem Attentat in Karlsruhe gesehen – in unmittelbarer Nähe des Ehepaares Buback. Auf dem Motorrad laut Zeugenaussage: ein Mann mit markantem Oberlippenbart – einen solchen trug damals Günter Sonnenberg, der beim Attentat das Motorrad gelenkt haben soll. Und auf dem Rücksitz eine zierliche Person, nicht größer als 1,65 Meter, vermutlich eine Frau. Auf der anderen Straßenseite hätten sich zur gleichen Zeit Buback und seine Frau befunden, die der Zeugenfamilie persönlich bekannt waren.

Die Bundesanwaltschaft prüfte damals die Aussagen – und fand heraus, dass sich das Ehepaar Buback am Tag vor dem Attentat tatsächlich am genannten Ort befand. Trotzdem spielen diese Aussagen offenbar auch im inzwischen wieder aufgenommenen Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker keine Rolle.

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