Fangprämien: Ärzte und Kliniken beim Namen nennen

Wuppertal (ots) – Ärzte und Kliniken, die in den Korruptionsskandal über Fangprämien verwickelt sind, sollen nach Auffassung der BARMER öffentlich benannt werden. „Jeder Versicherte hat ein Recht zu erfahren, welchen Ärzten und Krankenhäusern er vertrauen kann. Deswegen sind die Ärztekammern und die Deutsche Krankenhausgesellschaft aufgefordert, die Namen der manipulationsanfälligen Mediziner und Kliniken öffentlich zugänglich zu machen“, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER, Birgit Fischer. Diese Maßnahme könne einen wichtigen Beitrag zur Korruptionsprävention leisten.

Fischer: „Auch die nun bekannt gewordenen Fälle über Fangprämien für Ärzte von Krankenhäusern schüren den Eindruck, dass es den Leistungserbringern immer mehr ums Geld und weniger um die Qualität der medizinischen Versorgung und die Patientensicherheit geht.“ Mit solchen Praktiken, die offensichtlich nur die Spitze des Eisberges darstellen, werde das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten zur Disposition gestellt. Fischer: „Ärzte und Krankenhäuser verspielen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und richten damit einen erheblichen Schaden im Gesundheitswesen an.“
Um diesen Vertrauensverlust aufzufangen, fordert die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER die Ärzteschaft und die Deutsche Krankenhausgesellschaft zu einem Qualitätspakt auf. Fischer: „Gemeinsam mit den Ärzten und Kliniken wollen wir den Qualitätsaspekt wieder in den Mittelpunkt der Versorgung rücken. Ein wichtiger Ansatz kann hier die umfangreiche und transparente Berichterstattung über die Häufigkeit von Operationen, über wiederholte Eingriffe und über Hygienebedingungen sowie Infektionsraten in Kliniken sein.“

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