Janssen: Open-Air-Theater 2010 in Duisburg

Die spanisch-katalanische Theatergruppe „La Fura dels Baus“ wird mit einer neuen, Aufsehen erregenden Großproduktion am 21. Mai 2010 den unter dem Motto „Duisburg – Hafen der Kulturhauptstadt“ stehenden Programmbeitrag der Stadt Duisburg zum Kulturhauptstadtjahr eröffnen.

Die Performance „Das globale Rheingold“ wird eine Verneigung vor Richard Wagner und Gerhard Mercator sein. Mercator, der bedeutendste Kartograf des 16. Jahrhunderts, lebte von 1552 bis zu seinem Tod 1594 in Duisburg und schuf hier den Hauptteil seines Lebenswerkes.
Bei der Aufführung auf der Mercatorinsel in unmittelbarer Nähe des Rheines wird ein 60 Meter langes Schiff, die NAUMON, zu einer schwimmenden Bühne u.a. für 60 Trapezkünstler, neun Meter große Riesenfiguren,
Feuerwerk, ein Orchester, große Ballone und mehr. Das „Rheingold“ in der Version von „La Fura“ ist zugleich der Auftakt des zehntägigen Projektes „ruhrort(t)räume“, das den Hafenstadtteil als Bühne für Kultur erschließt und zugleich seine Chancen und Perspektiven thematisiert.

Highlight im Hafen der Kulturhauptstadt

„Wir freuen uns außerordentlich, dass wir die Theatergruppe ‚La Fura dels Baus‘, die ja weltweit für ihre Open-Air-Produktionen und großartigen Bilder bekannt ist, für diese neue Inszenierung gewinnen konnten“, betonte der Duisburger Kulturdezernent Karl Janssen. „Der Hafen der Kulturhauptstadt und eine Theaterproduktion, die einen Bezug zu Gerhard Mercator herstellt und bei der ein Schiff Element und spektakuläre Hauptbühne sein wird, das passt einfach zusammen“, so Janssen. Auch Oliver Scheytt, Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH ist von der Idee überzeugt: „Das Projekt ‚Das globale Rheingold‘ und die Gesamtgeschichte ‚ruhrort(t)räume‘ werden ein Highlight im Hafen der Kulturhauptstadt. Die Mercatorinsel als Bühne zu gewinnen, bedeutet neues Leben und Erleben in eine bis dato unzugängliche Landzunge zu bringen. Das Stillen dieser kulturellen Sehnsucht ist ganz im Sinne der Nachhaltigkeit von RUHR.2010. Damit bildet Duisburg einen weiteren wichtigen Baustein für die Errichtung der Metropole Ruhr.“

Als neuer Hauptsponsor engagiert sich die in Duisburg-Ruhrort ansässige Franz Haniel & Cie. GmbH für die Kulturhauptstadt RUHR.2010. „Haniel hat sich entschlossen RUHR.2010 als Hauptsponsor zu unterstützen. Dazu fühlen wir uns verpflichtet. Schließlich liegt im Ruhrgebiet der Ursprung unseres Erfolges: Seit 1756 stellen wir hier in Duisburg-Ruhrort die Weichen für unsere Zukunft“, unterstrich Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstand der Franz Haniel & Cie. GmbH. „RUHR.2010 hat das Potenzial, das Image unseres Standortes nachhaltig zu verbessern. Besucher aus dem In- und Ausland werden herbeiströmen. Journalisten werden über die Ereignisse berichten und so die veränderte wirtschaftliche und soziale Situation im Ruhrgebiet in alle Welt tragen. Das wird auch für Haniel positive Effekte freisetzen.“

Wagners „Rheingold“ in neuer Sicht

Erstmals werde „La Fura“ eine „Naumaquia“ mit Elementen ihrer Wagner-Tetralogie, die unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta in den Opernhäuser von Valencia und Florenz aufgeführt wurde, und mit der Uraufführung einer Gerhard Mercator gewidmeten Komposition verbinden, skizzierte Regisseur Carlus Padrissa (La Fura dels Baus) die Konzeption von „Das globale Rheingold“. Als „Naumaquia“ bezeichnet „La Fura“ ihre Großproduktionen von der schwimmenden Bühne der NAUMON in Anlehnung an antike Seeschlachten in Amphitheatern.

Die vier Teile von „Das globale Rheingold“ sind den „vier Elementen“ Wasser, Feuer, Luft und Erde zugeordnet. Der erste Teil beginnt mit Musik aus Wagners „Rheingold“ und dem Gesang der Undinen. Im zweiten Teil öffnet sich das Schiff und aus dem Innenraum steigt unter Feuer und Dampf die Figur eines neun Meter großen Riesen empor, der über die Erfindung der Dampfmaschine spricht. Er beginnt zu schweben, während gleichzeitig Bergleute aus Erdlöchern kriechen. Auch sie erheben sich in die Luft. Gleichzeitig erreicht der Gesang seinen Höhepunkt. Kernstück des vierten Teils „Erde“ ist die Uraufführung einer Gerhard Mercator gewidmeten Komposition von Ali N. Askin. Am Ende verschwindet die NAUMON in einem großen Feuerwerk.

Die NAUMON wurde 1965 auf der norwegischen Werft Aukra Bruk AS gebaut und versah u.a. unter dem Namen Arold ihren Dienst als Küstenmotorschiff. Seit einigen Jahren gehört das Schiff der Theatergruppe „La Fura dels Baus“ und war unter dem Namen NAUMON mit verschiedenen Produktionen im Mittelmeerraum und in Taiwan unterwegs.

Comments are closed.