Zu der BILD-Meldung „Jedem 2. droht Altersarmut“

Berlin (ots) – BILD meldet, dass fast jedem zweiten Erwerbstätigen im Alter der finanzielle Absturz drohe. BILD bezieht sich dabei auf eine Studie von Professor Raffelhüschen, die von Union Investment in Auftrag gegeben wurde. Die Deutsche Rentenversicherung nimmt zu den Aussagen in BILD sowie zu der Studie folgendermaßen Stellung:

Altersarmut
BILD behauptet, dass jeder arm sei, der nicht mindestens 60 Prozent
vom Brutto bekomme.
Die Studie von Professor Raffelhüschen lässt jedoch keine Aussagen zur künftigen Entwicklung von Altersarmut zu. In der Studie dient die 60-Prozent-Schwelle nur als Definition für ein „ausreichendes Versorgungsniveau“, das die Fortsetzung des (zuletzt) erreichten Lebensstandards ermöglicht. Von Altersarmut ist im Vorsorgeatlas nicht die Rede. Dies wird von Professor Raffelhüschen in einer Pressemeldung klargestellt.

Rentensenkung
In BILD wird behauptet, dass der Betrag, den Neurentner bekommen,
seit dem Jahr 2000 sinke und auch in den nächsten Jahren
kontinuierlich fallen werde.
Das ist falsch. In den letzten Jahren gab es keine Rentensenkungen und sie sind auch auf Grund der von der Bundesregierung verabschiedeten Rentengarantie künftig ausgeschlossen.

Seriosität des Vorsorgeatlas
Die Studie von Professor Raffelhüschen macht Aussagen über die
Entwicklung der Rentenhöhen und Alterseinkommen in den verschiedenen

Regionen Deutschlands.
Die in der Studie vorgestellten Ergebnisse sind teilweise fragwürdig. Grundlage der Studie sind Daten aus den verschiedensten Quellen, die teilweise nicht kompatibel sind. Darüber hinaus ist auch der extrem lange Vorausberechnungszeitraum bis zum Jahr 2060 mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Problematisch ist auch die – teilweise aus Durchschnittswerten für das Bundesgebiet abgeleitete – regionale Differenzierung. Union Investment will offensichtlich auf der Grundlage der Zahlen eine Vertriebsoffensive starten. Vor diesem Hintergrund sind die Zahlen zu interpretieren.
Rendite in der gesetzlichen Rentenversicherung
Bei der Vorstellung der Studie sagte Professor Raffelhüschen, dass
junge Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung keine Rendite mehr erwarten könnten. Diese Aussage ist falsch. Nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung werden auch jüngere Menschen in Zukunft eine deutlich positive Rendite in der gesetzlichen Rentenversicherung von rund drei Prozent erwarten können. Diese Berechnungen werden von unabhängigen Institutionen wie der Stiftung Warentest oder dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestätigt.

Gerade in der Krise zeigt sich, dass die gesetzliche Rentenversicherung die sicherste Form der Altersvorsorge ist.

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