Gastkommentar von Bärbel Bas (SPD) zu Karststadt Duisburg

001-baerbel_basWas wird aus Karstadt? Das ist, wie die Duisburger Betriebsratsvorsitzende richtig sagte, „die Frage der Fragen“. Es ist eine Existenzfrage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filiale im Forum Duisburg. Es ist darüber hinaus die Schlüsselfrage für die weitere Entwicklung der Duisburger Innenstadt. Und doch werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Frage in Vergessenheit zu geraten droht. Denn seitdem uns Madeleine Schickedanz über die BamS hat wissen lassen, dass sie mit 600 Euro auskommen müsse, deshalb beim Discounter einkaufe und sich große Sorgen um Altersarmut mache, ist es ruhig geworden um Karstadt.
Ich weiß, es sind Sommerferien. Ich weiß aber auch, dass der Insolvenzverwalter und sein Team in diesen Tagen und Wochen genauso geschäftig sind wie die Manager, der an einer Übernahme interessierten Konzerne, wie die Ökonomen in ihren Beratungsfirmen, die ein Planspiel nach dem anderen durchrechnen.

Ob Duisburgs OB Sauerland das auch weiß? Es war gut, dass auch er sich am „Tag der Solidarität” mit Karstadt beteiligt hat. Am Samstag, den 4. Juli, zeigten Belegschaft und Geschäftsleitung, die Firma „Multi Development“ als Vermieterin, Politiker aus allen Parteien und vor allen Dingen viele Bürger, dass sie klar zu Karstadt stehen.IMG_0914
Auf einer Pressekonferenz versuchte Sauerland den Eindruck zu erwecken, er habe das Heft des Handelns in der Hand. Seither jedoch hört man auch von ihm nichts mehr zu Karstadt. Sollte der OB überhaupt an Gesprächen beteiligt sein, erfordert dies Vertraulichkeit. Aber auch geheime Verhandlungen laufen erfolgversprechender, wenn sie von öffentlicher Unterstützung begleitet werden.

Ende Juni, gut drei Wochen nachdem Arcandor samt Karstadt Insolvenz beantragt hatte, gut eine Woche vor dem Aktionstag in Duisburg, teilte Sauerland der erstaunten Öffentlichkeit mit, er mache sich keine Sorgen um Karstadt. Ist es diese Sorglosigkeit, mit der das Schweigen des OB zur Zukunft von Karstadt, Forum und der Duisburger Innenstadt schlechthin zu erklären ist? Die Einflussmöglichkeiten des Oberbürgermeisters auf das Insolvenzverfahren sind ohnehin denkbar begrenzt. Öffentliche Einlassungen, die zumindest missverständlich wirken könnten, sind nicht dazu geeignet, sie zu vergrößern.

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