Wessis wollen von Ossis lernen

Berlin (ots) – 20 Jahre nach dem Mauerfall verschwindet die Mauer in den Köpfen. Westdeutsche verabschieden sich immer mehr von alten Vorurteilen und wollen von den Ostdeutschen soziale Werteinstellungen lernen. Jeder zweite Westdeutsche hält die ostdeutschen Tugenden Gemeinschaftssinn (52,5%), Kinderfreundlichkeit (44,7%) und Hilfsbereitschaft (42,5) für vorbildlich. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der «Wirtschaftswoche» und der Berliner Strategieagentur «diffferent».
Halten die Wessis die Ossis für faul, unbescheiden und unflexibel? Jan Pechmann, Geschäftsführer der Berliner Strategieagentur diffferent, sagt: „Während die älteren Wessis offenbar immer noch diese alten Vorurteile pflegen, sehen die jüngeren Westdeutschen die Ossis zunehmend als gesamtdeutsche Vorbilder.“ Auf die Frage „Was können die Westdeutschen Ihrer Meinung nach von den Ostdeutschen lernen?“ reagieren junge Westdeutsche bis 35 Jahren doppelt so positiv wie die ältere West-Generation ab 55 Jahre. Offenbar glaubt die Mehrheit der älteren Westdeutschen, dass Ossis faul sind: Nur 19 % der über 55jährigen stimmen zu, dass Ostdeutsche fleißig sind, aber 35.9 % der unter 35jährigen Westdeutschen sehen das anders. Darüber hinaus finden 43,7 % der jungen Westdeutschen die ostdeutsche Bescheidenheit attraktiv (über 55 Jahre: nur 27,9%) und 32,4 % der jungen Westdeutschen halten die Ostdeutschen für flexibel (über 55jährige Westdeutsche: nur 23,1%). Eine besondere Rolle in der Angleichung west- und ostdeutscher Wertevorstellungen spielen die „Wossis“. Wossis sind Ossis oder Wessis, die schon einmal über 2 Jahre im jeweils anderen Teil der Republik gelebt haben. Jan Pechmann: „Wossis kennen beide Welten und sind die Integrationspioniere im vereinigten Deutschland.“ Da Wossis im jeweils anderen Landesteil Erfahrungen sammeln konnten, beurteilen sich Ossi-Wossis, die im Westen gelebt haben, weniger selbstbewusst. Gleichzeitig fällt das Urteil der Wessi-Wossis, die im Ostteil gelebt haben, über die Ossis sehr viel milder aus: Während 82,9 % der Ossis auf den Gemeinschaftssinn in den neuen Bundesländern stolz sind und immerhin auch über 50% der Wessis diese ostdeutsche Tugend für vorbildlich halten, stimmen 64,1 % der Wossis der Aussage zu, dass Wessis sich in Punkto Gemeinschaftssinn bei den Ossis etwas abschauen sollten.
Laut der repräsentativen Umfrage, zu der das Institut Forsa im Auftrag von Wirtschaftswoche und der Berliner Strategieagentur diffferent 1.000 Bundesbürger in Ost und West befragt hat, gleichen sich nicht nur die Werthaltungen im wiedervereinigten Deutschland an, sondern auch die Konsumgewohnheiten. Während es immer noch typische Ost-Produkte im Supermarkt zu kaufen gibt, hat es keine einzige ostdeutsche Marke in der Umfrage geschafft, das Lebensgefühl der Ossis zu repräsentieren. Deutsche aus Ost und West identifizieren sich ausschließlich mit westdeutschen Traditionsmarken. 64,9 % aller Deutschen nennen Marken wie Adidas, Nivea und Esprit, wenn sie Ihr persönliches Lebensgefühl beschreiben sollen. Selbst in Ostdeutschland sind ostdeutsche Marken nicht mehr bekannt. So fallen den ostdeutschen Konsumenten auf Anhieb nur die Marken Rotkäppchen (24 %), Spreewald Gurken 14,2 % und der Trabant (5,7 %) ein. Dabei ist gerade der Trabant für immerhin 13,6 % der Westdeutschen nach wie vor Symbol der ostdeutschen Markenwelt. Jan Pechmann: „Ostdeutsche kaufen zwar ostdeutsche Produkte, aber lieben ihre Marken nicht. Das bedeutet, dass diese Marken über kurz oder lang komplett verschwinden werden, wenn die ostdeutschen Firmen nicht sofort handeln.“

mauerfallBerlin (ots) – 20 Jahre nach dem Mauerfall verschwindet die Mauer in den Köpfen. Westdeutsche verabschieden sich immer mehr von alten Vorurteilen und wollen von den Ostdeutschen soziale Werteinstellungen lernen. Jeder zweite Westdeutsche hält die ostdeutschen Tugenden Gemeinschaftssinn (52,5%), Kinderfreundlichkeit (44,7%) und Hilfsbereitschaft (42,5) für vorbildlich. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der «Wirtschaftswoche» und der Berliner Strategieagentur «diffferent».

Halten die Wessis die Ossis für faul, unbescheiden und unflexibel? Jan Pechmann, Geschäftsführer der Berliner Strategieagentur diffferent, sagt: „Während die älteren Wessis offenbar immer noch diese alten Vorurteile pflegen, sehen die jüngeren Westdeutschen die Ossis zunehmend als gesamtdeutsche Vorbilder.“ Auf die Frage „Was können die Westdeutschen Ihrer Meinung nach von den Ostdeutschen lernen?“ reagieren junge Westdeutsche bis 35 Jahren doppelt so positiv wie die ältere West-Generation ab 55 Jahre. Offenbar glaubt die Mehrheit der älteren Westdeutschen, dass Ossis faul sind: Nur 19 % der über 55jährigen stimmen zu, dass Ostdeutsche fleißig sind, aber 35.9 % der unter 35jährigen Westdeutschen sehen das anders. Darüber hinaus finden 43,7 % der jungen Westdeutschen die ostdeutsche Bescheidenheit attraktiv (über 55 Jahre: nur 27,9%) und 32,4 % der jungen Westdeutschen halten die Ostdeutschen für flexibel (über 55jährige Westdeutsche: nur 23,1%). Eine besondere Rolle in der Angleichung west- und ostdeutscher Wertevorstellungen spielen die „Wossis“. Wossis sind Ossis oder Wessis, die schon einmal über 2 Jahre im jeweils anderen Teil der Republik gelebt haben. Jan Pechmann: „Wossis kennen beide Welten und sind die Integrationspioniere im vereinigten Deutschland.“ Da Wossis im jeweils anderen Landesteil Erfahrungen sammeln konnten, beurteilen sich Ossi-Wossis, die im Westen gelebt haben, weniger selbstbewusst. Gleichzeitig fällt das Urteil der Wessi-Wossis, die im Ostteil gelebt haben, über die Ossis sehr viel milder aus: Während 82,9 % der Ossis auf den Gemeinschaftssinn in den neuen Bundesländern stolz sind und immerhin auch über 50% der Wessis diese ostdeutsche Tugend für vorbildlich halten, stimmen 64,1 % der Wossis der Aussage zu, dass Wessis sich in Punkto Gemeinschaftssinn bei den Ossis etwas abschauen sollten.

Laut der repräsentativen Umfrage, zu der das Institut Forsa im Auftrag von Wirtschaftswoche und der Berliner Strategieagentur diffferent 1.000 Bundesbürger in Ost und West befragt hat, gleichen sich nicht nur die Werthaltungen im wiedervereinigten Deutschland an, sondern auch die Konsumgewohnheiten. Während es immer noch typische Ost-Produkte im Supermarkt zu kaufen gibt, hat es keine einzige ostdeutsche Marke in der Umfrage geschafft, das Lebensgefühl der Ossis zu repräsentieren. Deutsche aus Ost und West identifizieren sich ausschließlich mit westdeutschen Traditionsmarken. 64,9 % aller Deutschen nennen Marken wie Adidas, Nivea und Esprit, wenn sie Ihr persönliches Lebensgefühl beschreiben sollen. Selbst in Ostdeutschland sind ostdeutsche Marken nicht mehr bekannt. So fallen den ostdeutschen Konsumenten auf Anhieb nur die Marken Rotkäppchen (24 %), Spreewald Gurken 14,2 % und der Trabant (5,7 %) ein. Dabei ist gerade der Trabant für immerhin 13,6 % der Westdeutschen nach wie vor Symbol der ostdeutschen Markenwelt. Jan Pechmann: „Ostdeutsche kaufen zwar ostdeutsche Produkte, aber lieben ihre Marken nicht. Das bedeutet, dass diese Marken über kurz oder lang komplett verschwinden werden, wenn die ostdeutschen Firmen nicht sofort handeln.“

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