Wieczorek-Zeul: G8 müssen Zusagen zur Entwicklungszusammenarbeit weiter steigern. Lob für die Zusagen für ländliche Entwicklung

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul

Zum Abschluss des G8-Gipfels in L’Aquila erklärt Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul:
„Ich begrüße, dass sich die G8-Staaten auf ihrem diesjährigen Gipfeltreffen zu ihren bestehenden finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Entwicklungsländern bekannt haben. Diese Verpflichtung bedeutet auch, dass die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit weiter gesteigert werden müssen. Es ist gut, dass die G8 zusammen mit Entwicklungs- und Schwellenländern ein besonderes Augenmerk auf die Ernährungssicherung und die Bekämpfung des Hungers in der Welt richten. Es ist gut, dass für diesen Bereich in den nächsten drei Jahren insgesamt bis zu 20 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden sollen. Gerade in Zeiten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise muss dieses Thema ganz oben auf der Agenda stehen. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden weltweit tagtäglich unter Hunger. Die globale Wirtschaftskrise bedroht die Existenz der Ärmsten. Daher müssen wir die Entwicklungsländer darin unterstützen, dass sie ihren Nahrungsmittelbedarf durch die eigene landwirtschaftliche Produktion decken können.“
Das deutsche Entwicklungsministerium hat sich schon bis jetzt auf Investitionen in die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung konzentriert – und nicht auf kurzfristige Nahrungsmittellieferungen wie die USA. Die Ministerin begrüßt den Strategiewechsel, den andere Geber jetzt vornehmen wollen: „Es ist gut, dass jetzt auch die G8 ein deutliches Zeichen für die ländliche Entwicklung gesetzt haben“, so die Ministerin.
Darüber hinaus forderte die Ministerin mehr Kohärenz zwischen der Entwicklungs- und Agrarpolitik der Industrieländer: „Von den aktuellen Agrarexportsubventionen profitieren lediglich große Unternehmen, aber nicht kleine landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Dies sind Unternehmenssubventionen, unter denen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Entwicklungsländern leiden, deren Märkte zerstört werden. Ohne wirkliche Reformen in diesem Bereich kann der nachhaltige Aufbau der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern nicht gelingen.“
Die Ministerin warnte, dass die Krise für die ärmsten Entwicklungsländer noch lange nicht vorbei sei: „Die Entwicklungsländer werden unter dieser Krise noch lange leiden – auch dann noch, wenn die wirtschaftliche Erholung in den Industrieländern bereits eingesetzt hat. Die G8 müssen bei ihren Haushaltsentscheidungen berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Erholung in den Entwicklungsländern weit später einsetzen wird. Dies muss bei der Hilfe für die Ärmsten berücksichtigt werden.“

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