Bund der Steuerzahler kritisiert Rentengarantie der Regierung

Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler

Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler

Berlin (ddp). Als kostspielig für die Jüngeren hat der Bund der Steuerzahler die Rentengarantie kritisiert. Präsident Karl Heinz Däke sagte «Bild am Sonntag»: «Die Rentenerhöhung und die Aussetzung der
Rentenformel sind auf lange Sicht Fehler, die für spätere Generationen sehr teuer werden. Schon jetzt werden ja fast 80 Milliarden Euro Steuermittel jährlich für die Rente ausgegeben. Das entspricht 25 Prozent des Bundeshaushalts, und der Anteil wird weiter steigen.»

Für den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) ist die Rentengarantie «nichts als ein Ablenkungsmanöver. Die Rentenpolitik der letzten Jahre ist Pfusch, und Pfusch wird nicht durch Vertuschung besser.» Blüm weiter: «Die Renten sollten den Löhnen in guten wie in schlechten Zeiten folgen, allerdings bräuchten wir dazu die Rückkehr zum alten soliden System. Auf einer falschen Grundlage ist alles falsch.»

Renten-Experte Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, sieht in der Rentengarantie «eine Umverteilung zugunsten der Rentner auf Kosten zukünftiger Generationen und der heutigen Jugend“. Raffelhüschen: «Das ist ein eklatanter Bruch des Gleichbehandlungsgrundsatzes zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Die Lohnsteigerungen der Erwerbstätigen werden zwar eins zu eins an die Rentner weitergegeben, die aktuellen Lohnsenkungen aber nicht.»

ddp/arh

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