Funemployment: Wenn Arbeitslosigkeit identitätsstiftend wird

Sie sind jung, gut ausgebildet, haben häufig in gut dotierten Jobs gearbeitet. Doch ihre neuste gemeinsame Erfahrung ist die Arbeitslosigkeit und dem Umgang mit selbiger. Immer mehr arbeitslos gewordene Amerikaner dokumentieren ihre Arbeitslosigkeit in Blogs und social communities. Doch anders als vermutet, wird der unfreiwillige Jobverlust nicht beklagt, nicht mit einem depressiven Klangbild untermalt, sondern als neue und befreiende Erfahrung gefeiert.

Wer keine Hypotheken zu bedienen hat, als Single keine Familie ernähren muss oder sonst wie vor dem finanziellen Ruin steht, wer also von der geringen Arbeitslosenhilfe leben kann oder gar was angespart hat, genießt mit “Leidensgenossen”

die neue Entschleunigung der Zeit. Unter dem Motto: “fun things to do while other people are at work” , gibt es auf der Internetseite http://fun-employment.com/ praktische Tipps, sinnvoll seine Zeit zu verbringen, oder wie man durch kostenlose Kopien oder Faxe bei “Office Depot” Geld sparen kann. Natürlich dürfen kostenlose Filmvorstellungen, Konzerte oder Freibier nicht fehlen.

Für die amerikanische Soziologin Joan Dwight, zeigt sich mit funemployment, der Wunsch sich eben nicht mehr ausschließlich über die Arbeit zu definieren sondern,  immer „mehr junge Angestellte würden einen hoch bezahlten Job mit starker Stressbelastung sofort gegen eine Stelle mit flexiblen Arbeitszeiten und viel Freizeit tauschen, auch wenn sie deutlich schlechter bezahlt wäre“.

So sieht es auch Mary Morris, die auf Twitter http://twitter.com/confab42 die Öffentlichkeit an ihren funemployment facts teilhaben lässt. So schreibt Mary: ““Nichts ist besser, als mit einem eisgekühlten Drink zu Hause zu sitzen und den Berufsverkehr-Staumeldungen im Radio zuzuhören“ oder „“SEX ist ein großartiger Weg die zusätzlichen Stunden am Tag zu füllen. Für das beste Ergebnis eignet sich eine weitere Person, die funemployed ist“.

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