Studie: Jeder fünfte Beschäftigte arbeitet im Niedriglohnsektor

minijobs_250Duisburg (ddp-nrw). In Deutschland haben laut einer Studie 2007 rund 6,5 Millionen Beschäftigte im Billiglohnsektor gearbeitet. Damit ist mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer betroffen gewesen, wie das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen am Donnerstag mitteilte. Gegenüber 2006 stieg die Zahl um 350 000. Seit 1995 erhöhte sie sich um 2,1 Millionen gestiegen.

Im Niedriglohnsektor arbeitet, wer gemäß der OECD-Vorgaben im Westen weniger als 9,62 Euro und im Osten weniger als 7,62 Euro die Stunde verdient. Der Durchschnittslohn im Sektor habe sich 2007 dabei im Westen real auf 5,77 Euro und im Osten auf real 4,96 Euro belaufen.

Laut der Studie sind zudem die Stundenlöhne der Niedriglohnbeschäftigten seit zwölf Jahren nicht gestiegen und in den alten Bundesländern nominal sogar gesunken. Jeder dritte Betroffene erhalte weniger als sechs Euro pro Stunde. Bei knapp 1,2 Millionen Beschäftigten betrage der Stundenlohn sogar weniger als fünf Euro. Von ihnen erhalte rund ein Viertel trotz Vollzeitjob monatlich weniger als 800 Euro.

Während 1995 knapp 59 Prozent der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor laut IAQ über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten, traf dies 2007 bereits für 71 Prozent zu. Zusammen mit den betroffenen Akademikern erhöhe sich der Anteil der formal Qualifizierten auf rund 80 Prozent, hieß es weiter.

Wie die stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des IAQ mitteilte, «ist das Lohnspektrum in einem Ausmaß nach unten ausgefranst, das in anderen Ländern aufgrund von Mindestlöhnen nicht möglich wäre». Mit Blick auf die Diskussion um Mindestlöhne sagte sie weiter, dass oftmals außer Acht gelassen werde, dass ein Wettbewerb, der vorrangig über die Löhne ausgetragen wird, auf Kosten der
Qualität und der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten gehe.

ddp/jwu/rab

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