An den Rat der Stadt Duisburg: Offene Mail zum Sparhaushalt

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Betr.: Sogenannter “Sparhaushalt”

Nicht sehr geehrter Rat,
da wir Bürger und Bürgerinnen trotz vollmundiger Bekundungen der
Mehrheit der Ratsparteien betreffs Mitsprache beim Haushalt keine
Möglichkeiten haben und hatten, sachlich fundiert gegen die
Sparmaßnahmen der Stadt Duisburg zu argumentieren, weil uns eine
übersichtliche, verständliche Einnahmen-/Ausgabe-Aufstellung
vorenthalten wurde, kann ich nur Folgendes pauschal und völlig
unvollständig feststellen:

- Die Stadt DU hat bisher alles getan, die Stadt für uns Bürger und
Bürgerinnen unwirtlicher zu machen – und das auch noch mit einem
absurden finanziellen Aufwand. Alle liebens- und lebenswerte Merkmale
Unserer Stadt wurde nach und nach zerstört. Gleichzeitig hat man/frau
damit verhindert, daß Unsere Stadt für Kreative Menschen attraktiv
wird, die wir dringend für einen Aufschwung brauchen. -

- Alle Vorschläge der eigenen Bürger und Bürgerinnen (u.a. von mir)
wurden ignoriert, ja sogar systematisch hintertrieben. Neuestes
Beispiel: Ein Duisburger Erfinder verwirklicht seine Erfindung zu
effektiver Energieumwandlung nunmehr in Hessen und
Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt Duisburg hat für so ein Zeit-und
Energie-Verschwendung wohl keine Verwendung. Da kann ich den
Stadtverantwortlichen nur zu gratulieren. -

- Meine städtebaulichen Vorschläge kommen übrigens außerhalb von
Duisburg sogar im benachbarten Holland gut an, in Duisburg verstand
man/frau sie noch nichteinmal, was nicht für große Qualifikation der
Verantwortlichen spricht: Eine Stadt regiert, geplant und geleitet von
einer Laienspielschar (“Architektur ist Geschmackssache”):
Unglaublich, absurd, aber wahr. -

- Es ist abzusehen, daß weitere Projekte der Stadt in den Sand
gesetzt werden, der dann uns Bürgern vor die Haustür gekippt wird, wie
z.B. das sog. Outletcenter in DU-Hamborn-Marxloh, das eine einzige
Mogelpackung ist und sogar für unseren Handel gefährlich, was alle
unabhängigen Experten bestätigen. Dort werden sogar die eigenen Bürger
aus ihren seit Jahrzehnten angestammten Wohnungen getrieben, Menschen,
die Unsere Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut haben – eine Barberei
der besonderen Art. Zudem handelt es sich für den für das
“Outletcenter” erforderlichen Abriß um eine kulturelle Schande,
handelt es sich bei der Siedlung Zinkhüttenplatz doch um ein
hervorragendes Beispiel von gebauter Stadtplanung des berühmten
Deutschen Architekten Max Taut. Die Befürworter dieses Projektes, Herr
Enzweiler (Ratsherr CDU) und Herr Sevenheck (Projektdevelopper)
verziehen übrigens jedes Mal bei öffentlichen Veranstaltungen
despektierlich ihr Gesicht bei letzterem Argument. Die Menschen sind
ihnen aber zumindest ebenso egal. Nicht nur nebenbei: Dieses Verhalten
ist eines Ratsherren unwürdig und widerspricht seiner Aufgabe, ich
folglich den Herauswurf des Ratsherrn Enzweiler aus dem Rat beantragen
werde. -

- In DU- Bruckhausen geschieht seit Jahren Ähnliches: Dort werden
widerrechtlich von der Stadt wertvolle Gebäude abgerissen, Mieter aus
ihren Wohnungen gelockt und Hausbesitzer dadurch in den Ruin
getrieben, bzw. hoffnungslos überschuldet alleingelassen.
Das Ganze finanzieren wir Bürger mit unseren Steuern in Höhe von weit
über 35 Mio. EURO, weil der Anteil von Thyssen in gleicher Höhe (ca.
35 Mio. EURO) von diesen als Spende abgesetzt werden kann.
Und das Ergebnis? Die Situation in Bruckhausen ist hinterher
schlechter als vorher und den eigenen Bürgern vor Ort wird jeglicher
Mut genommen. Absurder geht es nicht mehr. Es reicht den Duisburger
Stadtplanungsverwesern wohl nicht, mit dem einzigen Kreisverkehr in
Deutschland, in dem man nicht im Kreis kann, zu glänzen, sondern man
will unbedingt den Schilda-Award 2012 erlangen und auch noch zur
bürgerfeindlichsten Stadt Unseren Landes werden. -

Info:
xtranews Duisburg Magazin. Mehr Hintergrund, mehr Duisburg.

Ich kann Ihnen und dem Rat schon jetzt ankündigen, daß ich/wir gegen
den sogenannten Sparhaushalt klagen werden, frei nach dem Motto: “Wir
jammern nicht, wir klagen. -”. Willkürliches, einfaches Streichen von
Haushaltsposten (auch noch ohne eine Perspektive aufzuzeigen!) ist
zudem unwissenschaftlich, unwirtschaftlich, unfachlich oder einfach:
Dilettantisch. -

Ich autorisiere und ermächtige hiermit jeden Ratsherrn und Ratsfrau,
diese Mail bei der anstehenden Ratssitzung zu verlesen, weil ich das
nicht selber tun kann – auch so ein Unding. -

Seien Sie als Rat und Mitbürger versichert, daß wir Bürger und
Bürgerinnen uns Unsere Stadt nicht von den unverantworlichen
Verantwortlichen Unserer Stadt kaputtmachen werden lassen. Im
Ernstfall werden wir alle Verantwortlichen mit Schimpf und Schande aus
Unserer Stadt treiben, vorher diese aber die durch sie entstandenen
Schäden beheben müssen. Solange dies nicht geschehen ist, verbleiben
sie in den Verliesen im 3. UG Unseres Rathauses. -

Diese Mühen sind uns aber vielleicht Gott sei Dank erspart geblieben,
weil sie schon selber versucht haben, sich an den Laternenmasten in
Unserer Stadt aufzuhängen. Ob diese Aktion erfolgreich war, wird sich
zeigen. – Auf jeden Fall ist sie aber schon jetzt eine
Weiterentwicklung der bürgerbestimmten Masthängerinitiative der
Französischen Revolution. – Das hat uns Bürgern und Bürgerinnen viel
Arbeit erspart …

Gruß aus dem Ruß
Harald Jochums

P.S.: Daß die Betroffenen der Tragödie der Loveparade von den
Vetretern und Vertreterinnen Unserer Stadt bisher schändlich alleine
gelassen wurden und noch immer werden, kann ich nur zum unzähligen Mal
betonen und bin entsetzt über dieses gefühllose, ja sogar
unmenschliche Verhalten.

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Beitrag von auf 25. Juni 2012. Abgelegt unter Duisburg, Kultur, Politik. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Kommentare und Pings sind geschlossen.

2 Antworten auf An den Rat der Stadt Duisburg: Offene Mail zum Sparhaushalt

  1. Wer nicht brav mittrottet, wird kalt gestellt. Wie diese Verwaltungskultur ist Stadtdirektor Dr. Peter Greulich seit 2000 verantwortlich. Der sog. Sparhaushalt ist eine Katastrophe und Greulich ist Verwaltungschef.

    Die Loveparade war eine Katastrophe und Greulich war Verwaltungschef.

    Nur wenige Widerständige

    Es gab nur wenige Widerständige im Vorfeld der Loveparade. Dazu gehörte der Dortmunder Brandschutzexperte Klaus Schäfer, der das Nadelöhr Tunnel und Rampe anprangerte. Dazu gehörte auch, zumindest bis Mitte Juni, die Leiterin des Bauordnungsamtes Anja G., die unter anderem die nicht ausreichenden Fluchtwege kritisiert hatte. „Am Ende gab es jedoch niemanden, der es wagte, vorzupreschen. Es gab niemanden, der rechtzeitig „Stopp! Halt!“ gerufen hätte“, sagt Jürgen Hagemann, Sprecher der Opferorganisation Massenpanik – Selbsthilfe.

    http://www.derwesten.de/unresolved/neue-vorwuerfe-gegen-polizei-nach-der-loveparade-id4653870.html

    Unter Greulich macht in Duisburg keiner mehr den Mund auf. Ich unterstütze die PIRATEN, die Greulichs sofortigen Rücktritt fordern.

    Biodrilling
    25. Juni 2012 auf 09:59

  2. @ Harald Jochums

    Sie sind doch Architekt und kennen sich mit Immobilien aus. Wer hier regiert, kann doch nur Lebensraumhai genannt werden. Oder?! Der Sparhaushalt würgt alles ab!

    Und was meinen Sie dazu?

    „Stadtdirektor Dr. Peter Greulich hebt hervor: “Lokale Demokratie ist nur lebendig, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich einzumischen und Mitverantwortung zu übernehmen. Aus diesem Grund wurde zu Anfang des Jahres 2002 das Referat für Bürgerengagement und Bürgerangelegenheiten mit einem besonderen Aufgabenzuschnitt eingerichtet.”
    http://www.duisburg.de/rathaus/rathaus/buergerengagement/102010100000385104.php

    Miriam 27
    25. Juni 2012 auf 10:17