Mixa gibt Ohrfeigen zu: „Die eine oder andere Watsch’n nicht auszuschließen“
Bischof Walter Mixa
Berlin – Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat erstmals eingeräumt, in seiner Zeit als Stadtpfarrer Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. Gegenüber der "Bild am Sonntag" (BamS) erklärte Mixa: "Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watsch’n von vor zwanzig oder dreißig Jahren natürlich nicht ausschließen kann."
"Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch", erläutert der Bischof und drückt zugleich sein Bedauern aus: "Falls es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte, bedauere ich das heute aufrichtig", sagte Mixa der BamS.
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Mixa, der von 1975 bis 1996 Stadtpfarrer von Schrobenhausen war, hatte bisher immer alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe", hatte er noch Anfang April erklärt und darauf hingewiesen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen nie als Erzieher zuständig gewesen zu sein. „Ich hatte deshalb auch keinen engen Kontakt zu den Kindern, da ich höchstens ein paar Mal im Jahr zu Besprechungen mit der Heimleitung oder den Schwestern vor Ort war.“
Ebenfalls vor zwei Wochen gab Mixa zu Protokoll: „Gewalt zwischen Menschen lehne ich grundsätzlich ab.“ Auch im aktuellen BamS-Interview bleibt der Bischof dabei, die Vorwürfe ehemaliger Heimkinder zurückzuweisen. Er habe von Anfang an klar gesagt, zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt zu haben. Dazu stehe er auch. Bei den Prügelvorwürfen sei es "um schwere körperliche Züchtigungen" gegangen. "Solche hat es durch mich nie gegeben", betonte Mixa.
Mehrere ehemalige Bewohner des katholischen Kinderheimes in Schrobenhausen hatten gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" schwere Anschuldigungen gegen Mixa erhoben und ihm vorgeworfen, Heimkinder auch mit dem Stock geschlagen zu haben – unter anderem über eine Badewanne gebeugt aufs nackte Gesäß. Die ehemaligen Heimkinder wollen ihre Anschuldigungen unter Eid vor Gericht bezeugen. An sie erneuerte Mixa seine Einladung zum Gespräch.
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