Duisburg: Offener Brief an Hermann Dierkes

Lieber Hermann,

ich hatte oft genug die Gelegenheit mit dir zu Sprechen, dich auf Veranstaltungen zu erleben. Deshalb kann ich für mich mit Fug und Recht behaupten, du bist kein Antisemit (wobei ich da in meinem näheren Umfeld mit dieser Meinung auf weiter Flur alleine dar stehe). Trotzdem betrachte ich deine israelkritsichen Äußerungen und Auftritte sehr kritisch. In deiner Argumentation, im ganzen Duktus, deiner Israelkritik unterscheidest du dich nicht mehr von Horst Mahler und anderen Rechten. Noch erschreckender, ist die Tatsache, dass du schon von den Rechten referenziert wirst. Für die rechte Brut, bist du schon der neue Mahler, anders sind folgende Zitate nicht zu deuten:

„Ein Linker welcher die unsägliche Doppelmoral und Heuchelei der eigenen Partei und Ideologie erkennt und anprangert, wird nur allzu oft darauf zum Ex-Linken und nicht selten auch zum überzeugten Rechten bzw. Nationalisten. […] Wenn man das linksdemokratische Doppeldenk nicht mehr länger erträgt, bleibt einem eigentlich nur mehr die Wahl zwischen restlos desillusioniertem Rückzug ins Unpolitische oder aber Umschlag ins andere, ins rechte Extrem.“

„Da sieht man mal, zu welchen Erkenntnissen auch selbständig denkende “Linke” gelangen können.

Willkommen im Club Herr Dierkes!“

„Ein Buch, das in keiner gut sortierten Kameradschaftsbibliothek fehlen darf!“

„Könnte ein 2. Horst Mahler werden.“

„Der Mann ist richtig gut. Wer hätte das gedacht, dass es Linke mit Hirn gibt.“

„Der gute Mann macht denselben Werdegang durch wie Horst Mahler ihn auch machte…

Er erkennt dass Kapitalismus sowie Kommunismus diesselben vom Juden kontrollierten materiellen Machtsysteme sind die Nicht-Juden zu beherrschen.“

„Ich war frueher selbst bei der MLPD bevor die NSDAP meine Heimat wurde! Der Mensch ist ein lernfaehiges Wesen!“

Ist es das was du über dich lesen willst? Du als fraternisiertes Mitglied des braunen Sumpfs? Dein Buch in jeder Kammerdschaftsbibliothek, am besten neben mein Kampf? Mir würde an deiner Stelle schlecht werden, wenn ich von diesen Subjekten ein Lob bekommen würde. Oder ist die Devise einfach: Öffentlichkeit ist alles?

Du kannst die Zitate googlen, weil ich hier auf keinen Fall auf eine Fascho-Seite verlinken werde, niemals nie.

Und aus allem diesen Lob, der Einheit im Geiste, stellt sich die Frage, wie glaubwürdig ist da noch dein Aufruf gegen die braune Hetzer Ende März in Duisburg? Ich verspüre eine gewisse Beklemmung, wenn ich daran denke, dass dir bei der Veranstaltung die Faschos Beifall spenden.

Aber warum ich diese Zeilen schreibe hat noch einen anderen Grund. Egal, wie man zu seinen politischen Gegnern steht, wie groß auch die Kluft in der Denkweise ist, aber eins geht auf keinen Fall und dass ist die Gewalt gegen anders denkende. Und genau das passierte letzten Dienstag bei deinem Vortrag im Internationalen Zentrum (IZ) in Duisburg. Hier wurde mein Freund und Mitredakteur bei xtranews Christian Heiko Spließ körperlich angegangen und unter massiven körperlichen Bedrohungen dazu gezwungen seine Kamera zu übergeben, damit die Daten gelöscht werden konnten. Lieber Hermann, ich bin erschrocken über diese Vorgehensweise, so geht man nicht miteinander um. Das erinnert mich eher an die SA-Saalschlachten im Dritten Reich. Vielleicht war die Situation vorher ja auch schon aufgeheizt, weil der mit Polit-Viagra vollgepumpte und vor Hass kaum gradeaus laufende Pressesprecher Horst-Werner Rook, die anwesenden Zuhörer gegen die böse Journalie aufgeheizt hat. Hermann, hast du es denn wirklich nötig, diesen Menschen, der weder Anstand noch Kinderstube sein Eigen nennt, für dich den Saal einheizen zu lassen? Ist Gewalt jetzt die Antwort der Linken auf Kritik? Rook ist das beste Beispiel für den dogmatischen Linken. Es gibt für ihn nur Gut und Böse, nur Schwarz und Weiss und wer nicht für die Linke ist, ist nach seiner beschränkten Denke eben gegen die Selbige. Was ich dir aber persönlich krumm nehme ist deine Äußerung in einer Mail, wo du die Gewalt an Christian Heiko Spließ wie folgt kommentierst „Gute und hilfreiche Genossen haben ihm vor dem Saal dabei geholfen, es zu löschen.“

Wenn du jetzt also Gewalt und vorallem Gewältäter mit „gut“ und „hilfreich“ verniedlichst, verlässt du den Boden des demokratischen Diskursses. Dann bist du nicht einen Jota besser als die Nazi-Schläger oder dem schwarzen Block angehörende Linksautonome.

Lieber Hermann ich schätze dich als guten Kommunalpolitiker. Mach doch endlich das, wofür dich die Duisburger gewählt haben: MACH POLITIK FÜR DUISBURG. Duisburg hat genug soziale Baustellen und deine Wähler wollen, dass du dich auf diesen Baustellen engagierst und nicht Weltpolitik betreibst. Trenne dich von solchem Ballast wie Rook, sammelt für ihn damit er endlich sein Haus auf einer griechischen Insel kaufen kann und damit von der politischen Bühne verschwindet. Hermann komm wieder zurück auf den Duisburger Boden.

Dein ehemaliger Genosse Thomas Rodenbücher

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5 thoughts on “Duisburg: Offener Brief an Hermann Dierkes

  1. Dein Problem ist, dass HD und Co sich schon soweit von der Realität entfernt haben, dass ein Apell an „Vernunft“ im Vakuum ihrer Hirne verpuffen wird. Was bei HD und seinen Kumpanen hilft ist „grober Klotz auf groben Keil“ sonst nix.

    Ach ja und wie schon anderen Ortes erwähnt: Ich gehe nicht davon aus, dass Dierkes-Genossen genug Hirn besitzen, Daten von einer Kamera zuverlässig zu löschen. Die dürften also einfach wieder herzustellen sein.