Gauck: Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale heute vor 20 Jahren war Schlusspunkt und Ausrufezeichen
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Halle (ots) – Der ehemalige Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Joachim Gauck, hat die Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale in der Normannenstraße vor 20 Jahren als Zeichen dafür gewürdigt, dass die friedliche Revolution von 1989 mit dem Fall der Mauer keineswegs beendet gewesen sei. Die Besetzung habe "die Bedeutung eines Schlusspunkts und eines Ausrufezeichens", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). "Da hat die Bevölkerung gezeigt: Wir bleiben auch nach dem Mauerfall noch wachsam. Die Auffassung, dass mit dem 9. November die Revolution zu Ende gewesen wäre, ist irrig." Zwar habe die Staatssicherheit selbst an der Erstürmung mitgewirkt und "versucht, das aus ihrer Sicht Schlimmste zu verhindern – wie die ganze SED versucht hat, eine Renovierung des Systems zu veranstalten. Aber hinterher war die Stasi tatsächlich machtlos." Gauck bezeichnete es als "schweren Fehler, dass sich einige am Runden Tisch haben überreden lassen, die Akten über die West-Arbeit der Stasi preiszugeben. Man hat der Hauptverwaltung Aufklärung, also der Westspionage, erlaubt, sich eigenständig aufzulösen. Und diese Leute haben das ausgelegt als Erlaubnis, ihre Akten zu vernichten. Es gibt hier einen entscheidenden Erkenntnisverlust über die Stasi-Arbeit im Westen." Es habe hingegen "weder von mir noch von Frau Birthler ein Verbot gegeben, in diese Richtung zu forschen. Aber die Masse der Anträge kam aus dem Osten. Und wenn die West-Akten nicht mehr oder nur sehr bruchstückhaft vorhanden sind, dann ist ja ganz klar, wo der Schwerpunkt der Arbeit liegt." Gaucks Nachfolgerin Marianne Birthler wird vorgehalten, sie wolle von dem Thema Stasi im Westen nichts wissen.
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